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Ein Hammer im Bereich Konstruktion
#1
Hallo zusammen.

Schreibe im OT-Bereich weil das nichts mit HiFi zu tun hat. Aber es gibt hier viele Mitglieder die einen technischen Backround haben, mit CAD arbeiten oder 3D Druck machen.
Habe heute Morgen ein Video gefunden was ich extrem spannend finde.

Die haben ein besonderes Raketentriebwerk gebaut. 
Aber wo Andere seit Jahren dran tüfteln haben die 3 Wochen (!!!) gebraucht bis zum funktionierendem Konstrukt. 
Möglich macht das eine selbstentwickelte Software die alles mögliche bündelt und sozusagen selbständig konstruiert. Vereinfacht gesagt beschreibt man was man will, gibt einige Sachen vor und den Rest macht das Programm. Danach wird das Ergebnis gedruckt und funktioniert!
Hört sich unglaublich an ist aber kein Fake:

https://www.youtube.com/watch?v=1gpLoudrp_g

Soweit ich gelesen habe gibt es das Grundprogramm/ Quellcode als OpenSource:

https://leap71-com.translate.goog/PicoGK..._tr_pto=sc

Viel Spass und bleibt neugierig. Wink 

Gruß Tommi
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#2
Moin Tommi,
sowas haben wir in meiner ehemaligen Firma auch entwickelt. War aber nicht wirklich gut. Egal was man in der Spalte "Definiere Entwicklungsziel" eingegeben hat - es kam immer ein Thermomix raus Sad ...
Gruß Klaus

Meinen tut der, der zum Wissen zu faul und zum Glauben zu schwach ist (Lisa Eckart)
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#3
Hallo Tommi,

danke für den Link. Trifft mich als Ingenieur, der nicht gerade Raketenwissenschaft betreibt, schon hart.
Die Zukunft wird schwer werden...

Beim Lautsprecher wird es noch ein wenig dauern, bis eine Firma von deterministischer KI den perfekten Lautsprecher bauen lässt. Aber nur aus dem Grund, da man damit nicht so viel Geld machen kann wie mit Raketentriebwerken (=Krieg).

Faszinierend aber beängstigend.
Wenn so ein mächtiges Werkzeug in die falschen Hände fällt, dann ist der Weg zur Weltherrschaft nicht mehr weit.
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#4
Gibt es denn wenigstens KI, die einem ein gutes Platinenlayout macht?
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#5
Das macht der mit der passenden Software demnächst wie in I-Robot. 
AGIBOT AgiBot A2 Ultra - Humanoider Roboter | Humanoide Roboter / Bipedal günstig kaufen | reichelt elektronik https://share.google/HkPfAnW0abdF6qYu4
Gut das Roboter keinen Bock auf Putzen und Backen und Lokus putzen haben. Da gibt's ja noch. Stellen dann für. 
Im Fernsehen war eine Doku darüber wie ein Ariane triebwerk hergestellt wird. Die nicht mal das triebwerk in zwei Monaten fertig. Allerdings ist das schon geiil was die da anstellen? Diese ganze CEO-Getue im Video kotzt mich an.
Gruß
Arnim

Ein rein verstandesmäßiges Weltbild ganz ohne Mystik ist ein Unding. Erwin Schrödinger.
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#6
Die haben also das, was jeder Ingenieur eigentlich macht, in Software gegossen. Nämlich mit Physik umgehen, die entsprechenden Gleichungen/Modelle aufstellen, und daraus dann eine Komponente ableiten. Also eigentlich, machen sollte. Dummerweise gibt es viel zu viele Ingenieure (oder solche, die sich dafür halten), die damit völlig überfordert sind, oder es nicht machen wollen. Merkwürdigerweise findet man die ganz besonders bei den Konstrukteuren, keine Ahnung warum. Vielleicht ist das auch nur meine verzerrte Sicht als Elektrotechniker.

Normalerweise bin ichja immer vorsichtig bei solchen großspurigen Ankündigungen, da geht es viel zu häufig um das Abgreifen von Geld. Bisher finde ich aber nichts offensichtlich Negatives an der Sache, als Revolution würde ich es allerdings auch nicht bezeichnen.
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#7
Keine Ahnung, ob dieses einzelne Projekt jetzt zur Revolution führen wird oder nicht.

Doch die Richtung, die dieses Projekt verdeutlicht, ist klar: Wofür man früher 100te Ingenieure über mehrere Jahre gebraucht hat, wird die neue, deterministische KI innerhalb von Stunden besser machen.
Und da reden wir nicht mal von der allgemeinen KI, die dann die deterministischen Modelle (Mathe und Physikverständnis) mit LLMs (=Verständnis von der Welt) und der Programmierfähigkeiten ganzer Softwareteams (siehe Claude) verbindet. Diese KI wäre dann in der Lage nicht nur spezialisierte Aufgaben zu lösen, sondern jegliche Aufgabe (Raketenantriebe, Fusionsreaktoren, Waffensysteme). Solch eine KI könnte wohl auch sich selbst verbessern.

Das ganze würde exponentiell schnell wachsen. Und hier ist wieder das Problem, dass Menschen, was die Zukunft angeht, maximal linear denken können.

Ich glaube, den meisten ist nicht bewusst, was da auf uns zukommt und wie obsolet die heutigen Prozesse (Fertigungsprozesse, Designprozesse, Arbeitsprozesse, Lebensprozesse,..) sein werden.
Oder sie wollen es schlicht nicht wahrhaben. (ich eigentlich auch nicht. Aber einfach die Augen davor zu verschließen macht auch keinen Sinn)
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#8
Gut, aber Du kannst es akzeptieren und Dich anpassen. Ändern kannst Du es nicht mehr. Die Büchse ist auf... Es gibt für mich aber keinen Plan was wie für mich anzupassen ist. Es ist ein riesen gesellschaftliches Problem. Ein paar wenige bestimmen undemokratisch wo der Weg hin führt. Vor ungefähr 20 Jahren hat im WDR mal gesagt, in naher Zukunft wird es keine Betriebswirte mehr geben und wir sind kurz davor. Hört sich alles wie zusammenhangloses Geschwafel an und ja ich bin fassungslos. Die Politik schaut zu, nicht die Parteien sondern die Gremien und Gruppen die Einfluß haben. Das Thema ist genau so wichtig wie Frauen- und Männerrechte und LBQBT.
Gruß
Arnim

Ein rein verstandesmäßiges Weltbild ganz ohne Mystik ist ein Unding. Erwin Schrödinger.
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#9
Nach meinem Verständnis ist da gar keine KI drin, zumindest nicht im Kern. Vielleicht in Assistenten. Die grundsätzliche Intelligenz ist immer noch bei den Ingenieuren. Genetische/evolutionäre Algorithmen gibt es auch schon seit einiger Zeit (Jahrzehnte).
In einem der 4 Teile von "Die Gelehrten der Scheibenwelt" wird erzählt, wie einstmals (auf der Rundwelt) ein evolutionärer Algorithmus einen FPGA programmiert. Rein wissenschaftlicher Versuch, nicht wichtiges. Auf ein bestimmtes Eingangssignal soll mit einem bestimmten Ausgangssignal reagiert werden. Hat der Algorithmus auch gelöst, auf sehr interessante Weise. Ein Ingenieur wäre nicht darauf gekommen. Ganz besonders war, dass im Code Schaltungsteile* drin waren, die mit nichts anderem in Verbindung standen, aber wenn man sie entfernt hat funktionierte die Schaltung nicht mehr. Der Algorithmus hat also mit Nebenwirkungen (englisch: side effect, oftmals dümmlich ins deutsche mit "Seiteneffekt" übersetzt) gearbeitet. 
Das bedeutet zwei Dinge: 
  1. so ein Algorithmus kann Lösungen entwerfen, auf die kein Ingenieur von sich aus käme
  2. diese Lösungen müssen nicht auf andere Situationen übertragbar sein (izB: hätte es mit dem gleichen Code auch funktioniert, wenn man eine anderen FPGA genommen hätte?)

1. ist toll, 2. nicht so. Und das ist der Moment, in dem dann wieder der Ingenieur dazu kommt. Denn er muss den Algorithmus entwerfen und diesem entsprechende Randbedingungen hinzufügen. In dem beschriebenen Fall: Nebenwirkungen sind nicht erlaubt, solche Lösungen werden verworfen. Und am Ende muss er die Lösung bewerten: ist sie allgemeingültig? Damit uneingeschränkt wiederholbar? Wo liegen die Grenzen? 

Ein Raketetriebwerk ist auch nur dann gut, wenn es mehrfach gefertigt werden kann und dann auch jedesmal funktioniert. Triebwerke haben wir damals zu Schulzeiten reihenweise gebastelt (der Chemieschrank war lausig kontrolliert Big Grin ), die haben auch funktioniert, im Sinne von: hat gezündet, hat Schub generiert. Und dann explodiert oder abgebrannt. Und das ist das Entscheidende daran. 

* In einem FPGA werden durch die Programmierung Logikbausteine miteinander verschaltet
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#10
(Heute, 07:17)Darakon schrieb: Wofür man früher 100te Ingenieure über mehrere Jahre gebraucht hat, wird die neue, deterministische KI innerhalb von Stunden besser machen.
Von 100 Ingenieuren sind ja höchstens 5 kreativ tätig, der Rest sind Sachbearbeiter, die verwalten. Wenn die KI dann "im Regelbetrieb" Qualitätsfehlermeldungen schreiben, FMEAs erstellen, permanente Kundenänderungen einarbeiten, unwissenden CEOs berichten muss usw. usw. sieht das ganze nicht mehr ganz so toll aus.

Aber eins ist klar: zumindest die (menschlichen) Verwalter und Bearbeiter werden ziemlich kurzfristig verschwinden.

Spannende wird es, wenn sich die Erkenntnis durchsetzt, dass man mit KI / ohne Personalkosten zwar gewaltige Profite einstreichen könnte - wenn meine (gerade entlassene) Kundschaft dann noch das Geld für Konsum hätte ...
Gruß Klaus

Meinen tut der, der zum Wissen zu faul und zum Glauben zu schwach ist (Lisa Eckart)
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#11
(Heute, 08:09)mechanic schrieb: Wenn die KI dann "im Regelbetrieb" Qualitätsfehlermeldungen schreiben, FMEAs erstellen

Ich bin schon seit längerem der Ansicht, dass der Moment, als die erste Firma einem Qualitöter die Tür geöffnet hat, der Anfang vom Ende des Ingenieurswesens war. Mit KI wird das dann auch nicht besser, eher im Gegenteil.
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#12
Tja, die stehen auf breiten Schultern die Ki's aber wehe sie halluzinieren...
Gruß
Arnim

Ein rein verstandesmäßiges Weltbild ganz ohne Mystik ist ein Unding. Erwin Schrödinger.
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#13
(Heute, 08:33)JFA schrieb:
(Heute, 08:09)mechanic schrieb: Wenn die KI dann "im Regelbetrieb" Qualitätsfehlermeldungen schreiben, FMEAs erstellen

Ich bin schon seit längerem der Ansicht, dass der Moment, als die erste Firma einem Qualitöter die Tür geöffnet hat, der Anfang vom Ende des Ingenieurswesens war.
Joh - das wurde mir Anfang der 90er klar, als der Befehl kam, alle privaten, aber in der Firma genutzten Fachbücher mit der Aufschrift "Privates Arbeitsmittel, unterliegt nicht dem Änderungsaustausch" zu versehen.

Bei mir wurden das dann Post-It-Sticker, ich glaube in meinem Dubbel kleben die immer noch ...

Ich habe mich in der Folge mit dem Spruch unbeliebt gemacht: "Wenn wir das Geld in die Steigerung der Qualität und nicht in die Dokumentation deren Mängel stecken würden ..."
Gruß Klaus

Meinen tut der, der zum Wissen zu faul und zum Glauben zu schwach ist (Lisa Eckart)
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#14
Hi zusammen.

Ich hab ja nicht so viel Ahnung wie ihr, aber wenn ich das richtig verstanden habe muss man dem Programm ja auch etwas Input geben.
Man stelle sich vor dem Programm werden die Basics der Lautsprechertechnik gegeben. Dann könnte die Software das optimale Chassis entwickeln unter Berücksichtigung der Physik und Materialkunde. Wäre ja auch nicht schlecht.
Hatte ja geschrieben das der Quellcode (Grundprogramm?) OpenSource ist. Vielleicht kann ja einer von euch was damit anfangen:

https://github-com.translate.goog/leap71..._tr_pto=sc

Ich werde das mal runterladen und schauen ob ich das mit meinem Unwissen zum laufen bekomme.

Gruß Tommi
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#15
(Vor 11 Stunden)mechanic schrieb: Ich habe mich in der Folge mit dem Spruch unbeliebt gemacht: "Wenn wir das Geld in die Steigerung der Qualität und nicht in die Dokumentation deren Mängel stecken würden ..."
Bei diesem Spruch kriege ich ein bisschen einen Knüddel in den Hirnwindungen. Auch für mich wäre die Steigerung der Qualität wohl ein oberstes Ziel. Aber würde man auftretende Mängel nicht dokumentieren, würde das doch bedeuten, einen Fehler möglicherweise ein zweites Mal zu machen, oder nicht?

Und ich arbeite im Gesundheitswesen, einem Bereich, wo auch viel von der Dokumentation abhängt.....
Viele Grüße
Michael
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#16
Dokumentation ist ein Kernelemente des Projektmanagements. In der Anfangsphase der Raketentechnik in den USA sind denen die Raketen um die Ohren geflogen weil sie die Fehler immer wieder machten und nicht nachvollzogen werfen könnte was die Ursache war wegen nicht vorhandene Dokumentation.
Gruß
Arnim

Ein rein verstandesmäßiges Weltbild ganz ohne Mystik ist ein Unding. Erwin Schrödinger.
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