Themabewertung:
  • 0 Bewertung(en) - 0 im Durchschnitt
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
Adapterkabel Chinch (RCA) ⇔ XLR: Verdrahtung je nach Einsatz?
#1
Hallo zusammen,

hin und wieder habe ich ja schon zu meinem Projekt 4-Wege aktiv – groß und mächtig - das eine oder andere gefragt.

Heute geht es mir um die Adapter Chinch (RCA) ⇔ XLR, die ich wohl brauchen werde – s. auch das Bild hier.

   

Die Kette:
  • Vorverstärker mit unsymmetrischen RCA-Ausgängen (Denon PRA-1100, Ausgangsimpedanz < 10 Ω, Pre-Out 1 V)
  • DSP (FIR-Lautsprecher-Management, 4 analoge Eingänge / 8 Ausgänge, alle XLR symmetrisch, Eingang 20 kΩ, max. +16 dBu, Ausgangsimpedanz 50 Ω)
  • Mehrere Endstufen mit unsymmetrischen RCA-Eingängen (Denon POA-800); die symmetrischen Endstufen (KTM N-Serie, voraussichtlich N960 und N1200) werden direkt per XLR–XLR angeschlossen
  • dahinter die Böxchen (die noch zu planen sind) mit Hörnern, Midbass und Sub.
    Immerhin Namen haben die schon bekommen, wahrscheinlich, also aktuell: Brocken (Heimat der Faust´schen Hexe Baubo) – Subs, Meißner (da, wo Frau Holle [germanisch Hulda] wirkt) – Midbass, und Hornsection. (*) Ob die Namen so bleiben, ist noch offen.

Aber jetzt zu den Kabeln – es gibt also zwei Adapter-Kabeltypen:
 
Kabel A: Vorverstärker RCA-Out → DSP XLR-In (unsymmetrische Quelle → symmetrischer Eingang)
Geplante Belegung: RCA-Innenleiter (Signal) → XLR Pin 2, RCA-Masse → Pin 1, und Pin 3 direkt an Pin 1 gebrückt im Stecker. Kritik?
Oder würdet ihr Pin 3 offenlassen? Manche DSP-Eingänge sollen mit offenem Pin 3 besser klarzukommen – was sind eure praktischen Erfahrungen?
 
Kabel B: DSP XLR-Out → Endstufe RCA-In (symmetrischer Ausgang → unsymmetrischer Eingang, nur für die POA-800)
Geplante Belegung: XLR Pin 2 → RCA-Innenleiter, XLR Pin 3 → RCA-Masse (als sauberer Signal-Rückleiter), Schirm am RCA-Ende floating, nur am XLR-Ende auf Pin 1.
Oder würdet ihr ganz anders verdrahten? Worauf ist da hinsichtlich des DSP Ausgangs zu beachten?

Die angedachten Kabellängen sind im Bild vermerkt.

Danke vorab, schönen Abend noch, schallende Grüße und bin gespannt, welchen Unsinn ich damit wieder verzapft habe
Rainer

P.S.: (*) In dem Fred  https://diy-hifi-forum.eu/showthread.php?tid=22395 hatte ich ja schon ein bisschen mehr erzählt und eine lebende Doku versprochen.
Das ist nicht vergessen und wird in den nächsten Wochen in einer ersten, im Wesentlichen beschreibenden Version kommen.
21 ist nur die halbe Wahrheit Big Grin
Zitieren

#2
Hallo Rainer,
man findet im Netz jede Menge Schaltpläne für solche Adapter.
Ich verwende hier symmetrische Installationskabel, seit Jahrzehnten das sommer cable Albedo. 

Zu A:
Am XLR.Stecker wird ganz normal verlötet. Am RCA- Cinchstecker liegt 2 (+) am Mittelpin, Pin 3 (-) liegt an der Masse, der Schirm wird mit einem Widerstand (100 Ohm oder so) angelötet. So funktioniert der Schirm zuverlässig und eine Brummschleife existiert nicht.
Was mich irritiert, diese Leitung zwischen RIAA-Vorverstärker  und symmetrischem Analogeingang an meinem miniDSP Flex sorgt 
für eine Unterdrückung der Nadelgeräusche. Bei einem vollsymmetrischen RIAA kannn man so was erwarten. Dass dieser Effekt nur durch ein Adapterkabel entsteht, nehme ich gerne an Big Grin , kann es aber nicht verstehen oder erklären Sad .

Zu B:
ein symmetrischer Ausgang hat in der Regel eine doppelt so hohe Ausgangsspannung wie ein RCA Ausgang.
Das kann am Verstärker zu Übersteuern führen. Wenn man die Lautstärkeregelung am DSP vornimmt, muss man darauf achten, dass die Lautstärke dort nur bis cirka -20db optimal funktioniert. Bei mir sind die -20db gerade noch zu ertragen. Ich habe dehalb an den Verstärkereingängen ein kurzes Adapterkabel mit -20db dazwischen eingeschkeift....wenn es laut sein muss fliegt es natürlich heraus Rolleyes. Bei normalem Hören habe ich keinen Qualitätsverlust.
XLR-Stecker wird ganz normal verkabelt, am RCA Stecker geht 1 auf Masse, 2 geht auf den Mittelpin, 3 geht mit einem Widerstand, z.B. ( 100Ohm oder so) auf Masse. Keinesfalls 3 direkt auf Masse legen, das kann das kann das Ausgabegerät killen.

Wenn es was Genaues werden soll, bieten sich die Platinen von Herrn Funk an.
https://funk-tonstudiotechnik.de/SYMM-VERST.htm
Zwischen Vorverstärker und DSP würde ich der Klangqualität zur liebe eine solche Symmetrieplatine einsetzen.
Ich benutze zwischen TV und DSP mittlerweile NF Trafos, weil ich mit dem Adapterkabel das Brummen nicht weg bekam. Im PA-Bereich (Thomann) gibt es passive und aktive Symmetrierer......aber was darin steckt????
Gruß Kalle

Edith meint, bei dir steht ja jetzt das große Donnern anBig Grin.


Angehängte Dateien Thumbnail(s)
       

.pdf   Balanced vs Unbalanced.pdf (Größe: 103,31 KB / Downloads: 8)
Zitieren

#3
Danke, Kalle,

wie immer sehr hilfreich.
Habe es jetzt nur überfliegen können, genauer und auch in die Links tauche ich später ein.

An ein oder mehrere DI-Boxen (so nenn ich die jetzt mal) habe ich auch schon gedacht, werde es aber erst mal mit möglichst wenig Extras probieren.
Das wird noch ein wenig dauern, bis das zum Donnern soweit ist.
Aktuell bin ich dran möglichst nach und nach alles beisammen zu haben, wenn´s dann Anfang 2027 in der dann passiven ATZ richtig losgehen soll.

Gruß
Rainer
21 ist nur die halbe Wahrheit Big Grin
Zitieren

#4
Für Kabel A würde ich ein dreipoliges Kabel nehmen (2 Adern + Schirm). Das (asymmetrische) Signal vom Cinch geht an Pin 2 vom XLR, die Masse vom Cinch geht an den Pin 3 vom XLR und der Schirm des Kabels geht an den Pin 1 vom XLR. Die andere Seite des Schirms beim Cinch wird nicht verbunden. Der Differenzverstärker im XLR Eingang kann dann ganz normal arbeiten und der Schirm funktioniert ohne den Ground des Cinch Anschlusses mit nutzen zu müssen. Dadurch sind Einstreuungen, die vom Schirm eingesammelt werden nicht im Signalpfad.

Die von Kalle vorgeschlagene Impedanzsymmetrierung des asymmetrischen Ausgangs funktioniert nur dann gut, wenn man genau die richtigen Werte von Ausgangswiderstand und Koppelkondensator kennt. Falls nicht bringt das keinen Vorteil.

Dein Kabel B Vorschlag passt.

DI Boxen sind der falsche Ansatz weil die asymmetrischen Linepegel in symmetrischen Mikrofonpegel wandeln und dabei die Ausgangsimpedanz runtertransformieren. Das willst du für deine Anwendung nicht. Wenn du eine Lösung mit Trafos willst, dann musst du Line Isolatoren nehmen, also reine Trennübertrager, am besten mit Pegelausgleich von HiFi auf ProAudio und zurück, denn du hast noch ein Pegelproblem. Cinchausgänge haben -10dBV maximalen Ausgangspegel, das entspricht -7,8dBu. Ein Lineeingang hat +4dBu Nennpegel und ist üblicherweise bis +21dBu oder gar höher aussteuerbar. D.h. dein Cinch Ausgang liefert zu wenig Pegel, um den Lineeingang sinnvoll auszusteuern. Damit arbeiten deine Wandler im DSP mit geringerer Auflösung und SNR ist nicht mehr so gut. In die andere Richtung ist es ähnlich, weil selbst ein einzelner Pin des symmetrischen Signals wesentlich mehr Pegel liefern kann, als der Cinch Eingang unverzerrt verarbeiten kann.

Die Lösung sind Symmetrier- und Desymmetrierverstärker, welche die Pegel anpassen und sich um die (De)Symmetrierung kümmern. Ich habe einige dieser Geräte von Sonifex im Einsatz. Die sind hochwertig gebaut und funktionieren bereits ein Jahrzehnt im Dauereinsatz. https://sonifex.co.uk/product/rb-bl2/
Zitieren

#5
Danke auch, Jensenmann,

Zu Kabel A  - 3-poliges Kabel war eh´ geplant und die Verschaltung hört sich plausibel und gut an, wieder was gelernt.
Kabel B passte ja - uff!

Die Lösung sind Symmetrier- und Desymmetrierverstärker ==> damit kann ich dann einfach , wie gewohnt mit XLR bzw. RCA Kabeln arbeiten, ohne weitere Adapter - oder?
Das wäre wahrscheinlich ideal, reisst aber doch wahrscheinlich auch ein weiteres Loch in die Kasse.
Ich mach mich später mal schlauer... auch was die Signallevel angeht

Merci und schönen Abend
Rainer
21 ist nur die halbe Wahrheit Big Grin
Zitieren

#6
(Gestern, 16:54)jensenmann schrieb: Die von Kalle vorgeschlagene Impedanzsymmetrierung des asymmetrischen Ausgangs funktioniert nur dann gut, wenn man genau die richtigen Werte von Ausgangswiderstand und Koppelkondensator kennt. Falls nicht bringt das keinen Vorteil.

Dein Kabel B Vorschlag passt.

DI Boxen sind der falsche Ansatz weil die asymmetrischen Linepegel in symmetrischen Mikrofonpegel wandeln und dabei die Ausgangsimpedanz runtertransformieren.

Moin,
warum habe ich wohl den sehr informativen Text von Bill Whitlock aus der Firma Jensen als Text angehangen, in dem diese Möglichkeit der Ausgangssymmetrierung genau beschrieben wird. In diesem Text ist ausdrücklich auf die Gleicheit der Widerstände und der Kondensatoren hingewiesen. Rolleyes
Diese Alternative wurde von Bill vorgestellt obwohl die Firma Jensen edele Transformatoren, auch im NF-Bereich, herstellt.
Seine Erklärungen für die Lösung von Anschlussproblemen ist exzellent,
der Aufsatz von Oliver, hier als 2Pi, "Was ist Masse ? Oder warum Cinch verboten gehört" auch.
http://www.2pi-online.de/Was_ist_Masse_1.pdf

DI-Boxen gibt es nicht nur für den Anschluß von Mikrofonen.

Interessant finde ich den Monacor Übertrager LTR 110 der 1:1 oder 1:2 beschaltet werden kann und eigentlich genau die passive Lösung für Rainers Probleme sein.
Seit vielen Jahren wollte ich den mal ausprobieren....bis jetzt bin ich noch dazu gekommen Shy.

Gruß Kalle
Zitieren



Möglicherweise verwandte Themen…
Thema Verfasser Antworten Ansichten Letzter Beitrag
  Nach-, Aufarbeiten eines 1.3/8 " Hornanschlusses Okulyt 0 888 27.01.2026, 18:01
Letzter Beitrag: Okulyt

Gehe zu:


Benutzer, die gerade dieses Thema anschauen:
1 Gast/Gäste

Deutsche Übersetzung: MyBB.de, Powered by MyBB, © 2002-2026 Melroy van den Berg.