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Vorstellung von mir und meinem Projekt
#1
Hallo allerseits,

ich bin absolut neu hier und habe keine Kategorie für Vorstellungen gefunden. Das Unterforum "Messen und Simulation" habe ich gewählt, weil dieses meine meine persönliches Thema ist. Ich bin zwar, wie gesagt, neu hier, bin aber selbst nicht mehr der jüngste wenn auch alles relativ ist und habe mich seit der Zeit meines Physik Studiums in den 80ern und 90ern mit Lautsprecher / Filter - Simulation beschäftigt. Natürlich habe ich auch damals Lautsprecher entwickelt, denn es war die Blütezeit der HiFi - Szene.

Nur mal vorweg: Die Motivation mich hier anzumelden hat zwar auch damit zu tun mein Open Source Projekt, was ich in damals auf einem 8088 unter DOS / Turbo Pascal entwickelt hatte, zu bewerben. Es bestehen jedoch absolut NULL kommerzielle Interessen denn, wie gesagt, es ist Open Source unter der GPL. Was mich einzig und allein antreibt ist die Freude wenn es andere nutzen und nützlich finden. Wenn dann noch etwas Feedback dazukommt, würde ich mich besonders freuen.

Zur Geschichte von "KFilter" ist zu sagen: Die Ur - Version lief unter DOS. In den 90ern gab es nicht vergleichbares. Ich kann mich an ein kommerzielles Produkt unter DOS erinnern, welches damals auf meinem 8088 mehrere Minuten brauchte um einen Plot zu berechnen (es gab noch kaum Co Prozessoren). Ich habe damals extrem viel Aufwand in Laufzeitoptimierungen gesteckt und war in der Lage das gleiche und viel mehr in 1-2s zu berechnen, wofür die Konkurrenz Minuten brauchte.
Ende der 90er wollte ich es dann neu für Windows schreiben und habe dann schnell festgestellt, dass Linux / Unix mein Ding ist und bin dann dorthin abgebogen. Der entgültige Port ist dann für KDE1 - KDE3 entstanden. In den  2000ern war das Programm recht populär und auch auf einer SuSE Linux CD drauf. Ich bekam damals Feedback aus aller Welt z. B. Südamerika.
Später schlief das Projekt ein, weil ich aus beruflichen Gründen keine Zeit mehr dafür aufwenden konnte, es auf aktuellen System lauffähig zu halten.

In den letzten Monaten bin ich angefangen, KFilter auf das QT6 Toolkit ganz neu zu schreiben. Es läuft auf allen Systemen, die QT6 installiert haben, theoretisch auch Windows und Mac und ich habe mich entscheiden es weiter zu entwickeln. Optimal wäre es wenn es auch Linux Nutzer hier gäbe, die es mal ausprobieren möchten. Auch wenn Windows theoretsich funktionieren müßte, kann ich da nicht weiterhelfen, da ich seit ca 25 Jahren kein Windows mehr nutze und eben auch keines mehr habe.

Abschließend meine Frage ob es jemanden interessiert und wenn ja, stände ich selbstverständlich zur Hilfe bereit. Um einen Eindruck zu vermitteln, Anbei ein Screenshot: 

KFilter6

Hier der Link zum GIT Repository:

KFilter6 auf GIT

Das direkte Einbetten hat irgendwie nicht funktioniert, daher ein Link.

Ich würde mich freuen, wenn es Interessenten gibt. Und wie gesagt, es ist vollkommen frei. Ich hatte schon damals kein Interesse irgendetwas zu vermarkten und hab es auch heute nicht. Es macht mir einfach Spass, technische Probleme so elegant wie möglich zu lösen.

Grüße
Erdie
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#2
Hallo Erdie,

willkommen im Forum! Spannende Sachen machst Du da Wink
Grüße
Simon
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#3
(Heute, 09:17)SimonSambuca schrieb: Hallo Erdie,

willkommen im Forum! Spannende Sachen machst Du da Wink

Danke Smile Wenn es mal jemand ausprobieren möchte, bin ich bereit. Mir ist klar, die meisten nutzen kein Linux aber der eine oder andere ja vielleicht schon. Beizeiten werde ich mal eine Liste aller momentanen Featues erstellen.
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#4
Ich werde hier mal versuchen, den aktuellen Featureumfang von KFilter6 zu beschreiben (ich arbeite sowieso an der Doku):

Allgemein:

KFilter – Fokus des Tools
KFilter ist ein Simulations- und Entwurfswerkzeug für Lautsprecher, Gehäuseabstimmungen und passive Filterstrukturen.
Der Schwerpunkt liegt nicht auf automatisierter Black-Box-Optimierung, sondern auf:

schnellem Experimentieren
direkter visueller Rückmeldung
physikalisch nachvollziehbaren Parametern
kompaktem Workflow
manuellem Abstimmen von Treibern, Gehäusen und Filtern

KFilter richtet sich besonders an Leute, die Lautsprecher nicht nur „nach Rezept“ bauen wollen, sondern verstehen möchten, wie sich Parameteränderungen unmittelbar auf Frequenzgang, Impedanz und Summenverhalten auswirken.

Zentrale Features:

1. Mehrere Driver-Slots pro Projekt
KFilter arbeitet mit mehreren Treiber-Slots innerhalb eines Projekts.
Jeder Slot enthält einen vollständigen Treiberarbeitsstand:

Thiele/Small-Parameter
Gehäuseparameter
Pegel/Gain
Polarität
Anzeigeoptionen
Netzwerk-/Filterdaten

Damit lassen sich Mehrweg-Systeme, alternative Abstimmungen oder verschiedene Treiberkonfigurationen innerhalb eines Projekts untersuchen.

2. Eingabe klassischer Thiele/Small-Parameter

Für jeden Treiber können zentrale Parameter gepflegt werden, unter anderem:

Rdc
Schwingspuleninduktivität
Resonanzfrequenz Fs/F0
Qts
Qes
Qms
Vas
Membrandurchmesser

Damit eignet sich KFilter sehr gut für klassische Bass-/Gehäusebetrachtungen und für das Verständnis des Tieftonverhaltens.

3. Gehäuseparameter und Abstimmung

Pro Treiber können Gehäuseparameter bearbeitet werden, darunter:

Vb
Fb
Ql
V2
Gehäusetyp / Abstimmvorschlag

Dadurch lassen sich verschiedene Abstimmungen direkt miteinander vergleichen.
Besonders praktisch ist, dass Änderungen an Parametern wie Vb, Fb, Ql
sofort sichtbar werden können, ohne ständig einen Berechnungsdialog neu starten zu müssen.

4. Unterstützung verschiedener Gehäuse-/Abstimmkonzepte

KFilter ist nicht nur ein einfacher T/S-Rechner, sondern berücksichtigt verschiedene Gehäuse- und Abstimmungssituationen.
Typische Anwendungsbereiche sind:

geschlossene Gehäuse
Bassreflex-Abstimmungen
Bandpass-/Mehrvolumenbetrachtungen
offene oder einfache Treibermodelle

5. Komfortfunktionen wie Berechnung von Qts aus Qes und Qms sowie Abstimmung nach Hodge und das Einfügen von Standard Filtern

KFilter bietet eine Komfortfunktion zur Berechnung von Qts aus Qes und Qms sowie eine Standard Bassreflex Abstimmung nach Hodge als praktische Startparameter für weitere Simulationsexperimente.
.
Das ist praktisch, weil Datenblätter manchmal nicht alle Werte konsistent oder vollständig angeben, man aber mit den vorhandenen Größen weiterarbeiten möchte. Die Eingabe von Standardfiltern dient für das passive Filternetzwerk als grobe Experimentierbaiss und hat sich für den Workflow als hilfreich erwiesen.

6. Interaktive Driver-Parameter-Bearbeitung
Der Driver-Parameter-Dialog ist auf schnelles Arbeiten ausgelegt.
Wichtige Eigenschaften:

direkte Eingabe über Felder
Mausradbedienung der Zahlenfelder
Live-Vorschau im Hauptfenster
Apply/OK/Cancel-Semantik

Das heißt: Man kann Werte ändern und sofort sehen, was passiert, ohne ständig den Dialog schließen oder neu anwenden zu müssen.
Ein besonderer Vorteil ist das sichere Preview-Verhalten:

Ändern → sofort sehen
OK/Apply → übernehmen
Cancel → zurück zum vorherigen Stand

7. Passive Netzwerk-/Filterstrukturen pro Treiber
Jeder Treiber-Slot besitzt eigene Netzwerkdaten.
Damit können Filter-/Weichenelemente pro Treiber modelliert und verändert werden. KFilter eignet sich dadurch nicht nur zur Betrachtung des nackten Treibers, sondern auch zur Untersuchung der Wirkung passiver Beschaltungen.
Der aktuelle Slot-Ansatz umfasst einen vollständigen Satz von Netzwerk-Units pro Treiber.

8. Section-Edit-Dialoge mit Live-Verhalten
Neben dem Driver-Dialog besitzen auch die Section-Edit-Dialoge ein bewährtes Live-Preview-Verhalten.
Das macht Filterarbeit deutlich angenehmer:

Bauteilwert ändern
Kurve reagiert sofort
bei Cancel wird der vorherige Zustand wiederhergestellt

9. Anzeige von Frequenzgang und Impedanz
KFilter kann wesentliche Kurven darstellen, insbesondere:

Schalldruck-/Frequenzgangkurven
Impedanzkurven
Summendarstellungen
skalare Summen
Impedanzsummen

Damit sieht man nicht nur den einzelnen Treiber, sondern auch das Zusammenspiel mehrerer Treiber und Netzwerke.

10. Summen- und Vergleichsdarstellungen
Ein wichtiger praktischer Vorteil ist die Möglichkeit, verschiedene Kurven gleichzeitig zu betrachten:

einzelne Treiber
akustische Summe
Impedanzverhalten
aktivierte/deaktivierte Teilkurven

Dadurch kann man schnell prüfen, ob eine Änderung lokal sinnvoll ist oder das Gesamtsystem verschlechtert.

11. Polaritätsumschaltung / Phaseninversion
Pro Treiber kann die Polarität invertiert werden.
Das ist wichtig für Frequenzweichenexperimente, weil sich gerade im Übergangsbereich zwischen zwei Wegen oft erst durch Umpolung oder Vergleich der Summenbildung zeigt, ob die akustische Addition plausibel ist.

12. Gain/Pegelanpassung pro Treiber
Jeder Treiber kann mit einem eigenen Gain-Faktor beziehungsweise Pegel versehen werden.
Das ist praktisch für:

Pegelabgleich zwischen Wegen
Simulation unterschiedlicher Wirkungsgrade
Vergleich alternativer Treiber
schnelle Korrektur von Lautstärkeunterschieden

13. Anzeigeoptionen pro Treiber
KFilter erlaubt, pro Treiber festzulegen, welche Kurven angezeigt oder in Summen berücksichtigt werden.
Beispiele:

Schalldruckkurve aktiv/inaktiv
Impedanzkurve aktiv/inaktiv
Summenanteile aktiv/inaktiv
Full-Circuit-Betrachtung

Das macht das Arbeiten übersichtlich, weil man gezielt Teilaspekte ein- und ausblenden kann.

14. Kompletter Driver-Slot-Import/-Export
Ein neueres Feature ist der Import und Export vollständiger Driver-Slots.
Das Format ist JSON-basiert und verwendet die Endung:

.kfd

Ein exportierter Driver-Slot enthält nicht nur die nackten T/S-Daten, sondern den kompletten Slot:

T/S-Parameter
Gehäuseparameter
Ql
Gain
Plot-Flags
Polarität
Full-Circuit-Flag
Netzwerkwerte

Das hat zwei große Vorteile:
  1. Man kann einzelne Treiber-/Abstimmungsstände archivieren.
  2. Man kann Treiber-Slots zwischen Projekten oder Positionen übertragen, ohne alles neu einzutippen.

15. Projektdateien
KFilter arbeitet projektbasiert. Der aktuelle Stand wird in Projektdateien gespeichert.
Langfristig ist vorgesehen, das Projektformat auf ein JSON-basiertes

.kfp

-Format umzustellen. Dadurch wird das Projektformat transparenter, robuster und besser erweiterbar, zum Beispiel für spätere Messdatenintegration.

16. Perspektive: Messdatenintegration
Ein geplanter langfristiger Ausbau ist die Integration realer Messdaten.
Die Idee ist:

FRD/ZMA/CSV/TXT-Messdaten importieren
gemessene Kurven als Overlay anzeigen
Messdaten pro Treiber zuordnen
Simulation und Messung später sinnvoll kombinieren

Das ist besonders für Mittel- und Tieftöner interessant, weil T/S-basierte Simulation im höheren Frequenzbereich naturgemäß an Grenzen stößt.
Reale Effekte wie Partialschwingungen, reduzierte effektive Membranfläche oder Membranresonanzen können dann besser berücksichtigt werden.

Praktische Vorteile von KFilter

Schnelles Experimentieren

KFilter ist darauf ausgelegt, Parameter schnell zu verändern und die Wirkung sofort zu sehen.
Das ist beim Lautsprecherentwurf extrem hilfreich, weil viele Zusammenhänge erst beim interaktiven Verändern wirklich intuitiv werden.

Kein Black-Box-Ansatz

KFilter versucht nicht, dem Benutzer alle Entscheidungen abzunehmen.
Stattdessen zeigt es transparent, wie sich Änderungen auswirken. Das macht es besonders interessant für Anwender, die verstehen wollen, was sie tun.

Kompaktes Werkzeug
KFilter ist bewusst kein überladenes Monsterprogramm.
Der Vorteil ist ein fokussierter Workflow:

Treiberparameter eingeben
Gehäuse abstimmen
Filter/Netzwerk verändern
Kurven beobachten
Entscheidungen treffen

Gut für Lern- und Verständniszwecke

Weil die Parameter direkt sichtbar und veränderbar sind, eignet sich KFilter auch sehr gut, um die Wirkung von T/S-Parametern, Gehäusegrößen, Bassreflexabstimmungen und Filtern besser zu verstehen.

Praktisch für DIY-Lautsprecherentwicklung
Für Selbstbauer ist KFilter besonders nützlich, wenn man schnell Ideen vergleichen möchte:

anderes Gehäusevolumen
andere Abstimmfrequenz
anderer Treiber
andere Filtersektion
Pegelkorrektur
Polaritätsvergleich
Impedanzbetrachtung

Zu guter Letzt seit noch erwähnt, dass sich Plotfarben und Hintergründe konfigurieren lassen. In Netzwerkfenster kann man den Hintergrund dunkler machen, standart ist Weiß. Sobald der Konstrast zu klein wird, wird die Grafik automatisch invertiert, so dass es wieder lesbar ist. Ich mag es lieber dunkel, daher sieht es im Screenshot auch so aus.
Plot und Netzwerktopologie lassen sich als PDF exportieren, dabei wird die Darstellung in beiden Fällen druckerfreundlich adjustiert, so das mach nicht flächig Toner oder Tinte verbraucht auch wenn die Bildschirmansicht auf dunkel konfiguiert ist.

Grüße
Erdie
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#5
Hallo Erdie,

Hut ab vor Deiner Entwicklung!

Zitat:In den letzten Monaten bin ich angefangen, KFilter auf das QT6 Toolkit ganz neu zu schreiben. Es läuft auf allen Systemen, die QT6 installiert haben, theoretisch auch Windows und Mac und ich habe mich entscheiden es weiter zu entwickeln.
An einer Mac-Version hättei ch Interesse. Nutze ansonsten VituixCAD - aus meiner Sicht im Moment der Standard für Treiber-Gehäuse-Frequenzweichen-Simulationen mit importierten Meßdaten - muss aber halt dann mit einer virtuellen Maschine arbeiten.

Grüße,
Christoph
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#6
(Vor 10 Stunden)Gaga schrieb: Hallo Erdie,

Hut ab vor Deiner Entwicklung!

Zitat:In den letzten Monaten bin ich angefangen, KFilter auf das QT6 Toolkit ganz neu zu schreiben. Es läuft auf allen Systemen, die QT6 installiert haben, theoretisch auch Windows und Mac und ich habe mich entscheiden es weiter zu entwickeln.
An einer Mac-Version hättei ch Interesse. Nutze ansonsten VituixCAD - aus meiner Sicht im Moment der Standard für Treiber-Gehäuse-Frequenzweichen-Simulationen mit importierten Meßdaten - muss aber halt dann mit einer virtuellen Maschine arbeiten.

Grüße,
Christoph

Ich habe beruflich einen Mac. Ich werde beizeiten mal versuchen, den Code dort zu kompilieren aber das könnte daran scheitern, dass es sich um ein Firmengerät handelt und ich nicht alles tun darf was ich will. Ich  programmiere dort nur in python und bash und dabei kann man mit virtuellen Umgebungen arbeiten. Bei C++ muss man Qt6 vermutlich ins System installieren. Da muss ich probieren ob das geht. Evtl geht es ja ganz einfach, das wird sich zeigen.
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