Hab' die DXT Mon 182 im provisorischen Testgehäuse (EDIT: noch ohne Fasen!) fertig und einige Vergleiche gemacht und gehört.
[ATTACH=CONFIG]60481[/ATTACH]
[ATTACH=CONFIG]60482[/ATTACH]
Meine Vorgehensweise war, dass ich den Alpair 10.2 LS wechselweise mit der DXT Mon 182 "Beta" vergleiche. Dazu habe ich einen LS links den anderen rechts stehen und habe beide im Pegel angeglichen und dann mittels Mathaudio Room EQ auf den Hörplatz entzerrt (linker Kanal - oben im Bild -- DXT Mon 182 Beta, rechter Kanal Alpair 10.2):
[ATTACH=CONFIG]60484[/ATTACH]
Das hat den Vorteil, dass ich so den Charakter der beiden LS unabhängig vom Frequenzgang beurteilen kann, da der ja für beide LS dann (im Wesentlichen) gleich ist. Auch die zwangsläufigen Unterschiede in der Aufstellung werden damit zu einem großen Teil aufgehoben. Natürlich nicht Reflexionen usw., aber für den ersten Vergleich sollte das o.k sein. Ich achte im Moment vor allem auf Räumlichkeit und Loslösen vom LS -- wann der quasi unsichtbar wird oder ich den weniger bewusst wahrnehme und "bei der Musik" ankomme.
Mittels EQ Apo schalte ich dann meist zwischen mono-links und mono-rechts (oder auch mal mono über beide LS oder nur kanal-links oder kanal-rechts) und höre mich durch verschieden Teststücke oder Testtöne. So konnte ich recht schnell und zuverlässig die Unterschiede erkennen.
[ATTACH=CONFIG]60483[/ATTACH]
Erstmal große Enttäuschung über den DXT Mon 182. Klar, "da geht was" -- ohne Frage ist das kein Vergleich zum 10cm-Lautsprecherchen was Full-Range läuft.
Aber der Klang löst sich nicht vom LS und ich kann noch HT und TT im Hörabstand von aktuell 80 cm bis 1m erkennen. Dagegen kommt beim Alpair halt alles wie aus einem Guss. Dafür fehlt dem etwas die "Übersicht", wenn es komplex wird. Mit verschiedenster Musik habe ich den Bassbereich, Hochton, "Geschlossenheit", räumliche Darstellung beurteilt. Ich poste noch extra welche
Musik und Signale ich nutze in dem Thread den ich dazu schon angefangen hatte. Besonders erwähenswert der "Red Pulse 250ms", der mir sehr geholfen hat ganz schnell und zuverlässig zu hören ab welchem Abstand beim DXT Mon 182 die 2 Chasis zu einer Klangquelle verschmelzen. Das ist bei etwa 1,7m der Fall. Leider stimmt daher meiner Meinung nach die Aussage von Alexander nicht, dass der DXT Mon 182 für Nahfeld-Anwendungen, die man typischerweise zwischen 1 und 1,5 m einordnet, gut geeignet ist! :-(
Ich finde das Ergebnis erstmal ernüchternd. Mein Breitbänder macht doch wichtige Dinge richtig, die ich bei der DXT Mon aufgeben müsste... :-o Ich fürchte, dass der LS nicht "Ende der Fahnenstange" für mich im Nahfeld sein wird. :-( Auf Finetuning-Maßnahmen wie zusätzlichen nach hinten abstrahlenden Hochton brauch' ich mir da an dem Punkt noch gar keine Gedanken machen.
Möglichkeiten:
a) Breitband allein → zu starke Beschränkungen Klarheit HT und Übersicht bei komplexen Musiksignalen
b) FAST → könnte was sein!
c) Koax + Tieftöner
d) Dappo-Anordnung solo oder mit extra Tiefton
e) mehr oder weniger übliche HT + TT Kombi a la DXT Mon 182 → mmmhh, guter LS, aber wird wohl nicht die Musik "leben" lassen wie andere Optionen
Hab' mir daher gestern nach einem Blick in die Kleinanzeigen schnell mal eine Kef Q100 Pärchen für 160 Euro gekauft. Die habe ich dann ebenfalls gegen den Alpair 10 als "Referenz" getestet (Q100 im linken Kanal, im Bild oben):
[ATTACH=CONFIG]60485[/ATTACH]
Tja, was soll ich sagen. Beinahe hätte ich gesagt: "Billig-LS" wie die Q100 kaufen und entzerren und glücklick sein, was will man mehr!? Aber ganz so einfach ist es dann leider doch nicht. Die Q100 ziehen absolut gleich mit dem Alpair was "Punktschallquelle" angeht. Pluspunkt der Q100 ist ohne Überraschung der HT. Aber unten rum merkt man sehr deutlich, dass das Chasis eigentlich keine tiefen Töne abspielen kann, bzw. das alles andere als dessen Stärke ist. Ich habe um die verschiedenen Frequenzbereiche besser beurteilen zu können in EQ Apo mit Hoch- bzw. Tiefpass (und ein wenig Bandpass) Filtern gespielt.
So habe ich sehr schnell feststellen können, dass die Q100 im MT/HT mehr bietet als der Alpair. Damit meine ich nicht den Frequenzgang. Der war ja bei beiden angepasst! Ich hab' keine Winkelmessungen gemacht oder sonstiges und kann nicht in Worte fassen was oben rum beim Q100 besser passt. Aber der Alpair klingt dagegen blechern / dünn, wenn ich beide z. B. mit Hochpass ab 500 Hz oder 1000 Hz laufen lassen.
Anders herum hat der Q100 keine Chance gegen den Alpair 10, wenn ich den Tiefpass auf 500 oder 300 Hz setze. Der Alpair bietet mir das gefühlte Volumen, die Gelassenheit, die der Q100 überhaupt nicht im Stande zu bringen ist. Der Fairness halber muss man sagen, dass der Alpair in einem sehr guten Gehäuse mit 2x-Bitumen/+Deckschicht spielt, während das Q100-Gehäuse ein Klapperkasten ohne jegliche Bedämpfung ist. Aber unabhängig davon scheint mir, als wäre die Q100 eigentlich eine Fehlkonstruktion in dem Sinn, dass das Chasis nur bis zu ein paar 100 Hz runter laufen dürfte und dann zwingend einen Tieftontreiber braucht (wie z. B. Kef R3 / R300), wenn es wirklich glänzen soll.
Meine Frage war: wie sehr kann ich bei einer Trennung von 200 oder 400 Hz einen Tiefton orten, wenn darüber der MT/HT angeordnet ist. Ich hab' dazu den Alpair Fullrange laufen lassen und die Q100 tiefpasgefiltert mitlaufen lassen. Obwohl die auf der anderen Seite vom Schreibtisch steht kann man noch nicht einmal dann orten, dass da noch ein Chasis extra zu dem Alpair spielt. Also scheint die Trennung bei 200 oder 400 Hz absolut unkritisch in der Hinsicht zu sein. Gut nicht so verwunderlich bei einer Wellenlänge von 86 cm bei 400 Hz. Aber ich wollte es halt mal selbst probieren was man hört oder eben nicht.
Wie geht's weiter? Ich hab' den Eindruck ich komme nicht darum herum zu probieren, was für mich unterm Strich am besten passt. Mit der jetzigen Testmethode kann ich relativ einfach und schnell sehr gut fundierte Schlüsse ziehen. Ich hätte gern noch einen 3-Zoll oder so Breitbänder um zu schauen, ob das evtl. noch besser als der Koax für mich funktioniert. Mir ist klar, dass beide Lösungen prinzipbedingt Vor- und Nachteile haben, aber nicht welche für mein Empfinden zu mehr "einfach Musik genießen" passen.
Ich denke es wird dann FAST oder Koax + Tieftöner! :-) Ich bin noch nicht einmal sicher, ob ich die DXT Mon 182 noch "richtig" zum endgültigen Vergleich bauen will. Hat jemand mögicherweise Interesse an einem Bauplan DXT Mon 182 (+ evtl. DXT Treiber)?
Neben dem Koax oder Breitbänder werde ich wohl den Tiefton vom Wavecor WF182BD09 + Dayton PR-215 Passivmembran übernehmen lassen, da ich die jetzt schon habe und denke, dass die den Part sehr gut übernehmen können. Ansteuerung erfolgt in jedem Fall aktiv über ein Hypex FA123-Modul.
Gibt es einen 3-Zoll (oder anderen) Breitbänder der ein heißer Kandidat für das FAST wäre Michaels (Uibel) Luthien-Varianten sind da sicher interessant:
- Omnes Audio BB 3.01
- Tang Band W3-1878
Ins Auge sind mir noch gefallen:
- Fountek FR88EX
- Tang Band W3-1797 → der sollte als Flachmembran eine besonders breite Abstrahlung bis zum HT haben. Wäre der nicht eigentlich ideal für ein FAST? Wieso hört man von dem (oder dem 4"-Bruder) so wenig?
- SB Acoustics SB65WBAC25-4
Sathim schrieb:Ich habe mit der DXT am Schreibtisch jedenfalls gute Erfahrungen gemacht:
Bist Du happy mit der räumlichen Abbildung / loslösen vom LS? Ich bin nun doch nicht mehr so überzeugt, ob die DXT Mon (182) für den kurzen Hörabstand am Schreibtisch so eine gute Idee von mir war.
FoLLgoTT schrieb:Im Nahfeld funktionieren auch Pseudokoaxe sehr gut. Also Treiberpärchen, die um einen Hochtöner herum angeordnet sind. Selbst wenn man nah herangeht, bleibt die Lokalisationsrichtung immer in Richtung Hochtöner. Selbst rein vertikal angeordnet kann man damit auch gleich die Tischreflexion deutlich abschwächen. Die Dinger können dann allerdings etwas höher werden als die üblichen 2-Weger.
Eine Pseudo-Dappo-Anordnung wäre also stückweit ein Ersatz für einen Coax? Hätte das neben der Verteilung der Tischreflexion auf zwei Frequenzen noch Vorteile? Sonst würde ich insgesamt die Vorteile mehr beim Koax sehen (wirklich nahe an einem Punkt und zudem symetrische Abstrahlung → konsistente Reflexionen und verschwindend geringe Abhängigkeit für Änderung der Abhörposition (im genutzten Rahmen).
Gaga schrieb:Moin zusammmen,
zur Frage nach den Tisch-Dipolen fällt mir ein alter Thread von Chlang ein....
Die Diskussion zur Tischreflexion und Wege diese zu vermeiden (neben vertikal stark bündelnden Konzepten, Vorschlag von Fosti), war hier schon mal Thema, angeregt durch Christoph Gebhard und dessen Ansage, die spezifische Hörsituation am Schreibtisch bei der Abstimmung seiner PC-Lautpsprecher zu berücksichtigen (hier).
Ich hatte versucht die Tischreflexion durch die Tischplatten-nahe Montage eines kleinen Breitbänders zu minimieren (hier) und Chlang hatte ein Konzept mit Breitbänder in einer Dipol-Schallwand versucht (hier).
Danke, sehr interessant. Hab' reingelesen und werde noch weiter dort schauen, was ich lernen oder mir abgucken kann.