wgh52 schrieb:Hallo Matthias,
Themen, die sich (soweit ich weis) weniger gut an Meßwerten festmachen lassen, sind mbMn Feinauflösung/Feindynamik, Impulsverhalten (im nicht eingeschwungenen Zustand) sowie räumliche Staffelung in Breite und Tiefe der Bühne. Falls das auch noch (subjektiv) so gut geht wie die Messwerte versprechen
wäre das wirklich ein phänomenaler Lautprecher zum Kampfpreis! :prost:
ja. Genau darauf wollte ich hinaus.
Für mich gibt es auch durchaus subjektive Qualitätskriterien wie "Feinauflösung", "räumliche Darstellung" und sogar "Musikalität" (/"Wärme") und "Natürlichkeit", die sich alle nur Bedingt in den Klippel-generierten Messungen ablesen lassen.
ein paar Gedanken dazu:
Feinauflösung:
Starker Raumeinfluss. Im Nahfeld häufig bessere "Feinauflösung".
Zeitrichtigkeit zwischen den Treibern wichtig. Daher bei Breitband oder Coax oft als besser wahrgenommen.
Bei 2 Wege-Lautsprechern sicherlich auch der gewählte x-over Filter entscheidend.
Allerdings lässt sich auch durch EQ auf die richtigen Frequenzen ein "Feinauflösungs-Effekt" erreichen. Allerdings mit dem Nachteil, dass es schnell 'hart', 'zischelig' oder 'unnatürlich' klingen kann.
Geringe Verzerrung. Wenig Intermodulations-Verzerrung hilfreich (=> Vorteil Mehrwege System)
Räumliche Darstellung:
Zeitrichtig und Aufstellung der Boxen entscheidend.
Abstrahlverhalten und Hörumgebung müssen passen.
Auch Paargleichheit / Raumsymmetrie spielen eine Rolle.
Auch hier von Vorteil, wenn die Schallentstehungsquelle von Mittetöner und Hochtöner möglichst nah zusammenliegen (besondern bei geringen Hörabstand)
Daher auch hier
Natürlichkeit:
Warum klingen Stimmen (egal ob Gesang oder Gesprochen) bei meinen P3esr so 'echt' und 'natürlich'.
Natürlich könnte das Alan Shaws (Lead Designer von Harbeth) geschickten Marketing geschuldet sein.
Allerdings ist mir diese Natürlichkeit und Musikalität bei Harbeth-Lautsprechern bereits auf verschiedenen Messen aufgefallen, bevor ich gewußt habe, wer Alan Shaw ist.
Musikalität:
Hat mir tatsächlich bei vielen Neumann und Genelec Lautsprechern immer etwas gefehlt.
Können (gefühlt) die kleinen Harbeth besser, obwohl sie sich nicht so perfekt messen.
Der Grundtonbereich (und die Interaktion mit dem Raum) spielt mMn eine größere Rolle sowie wahrscheinlich auch die eigenen Hörgewohnheiten.
Obertöne (=Verzerrungen)? Ausschwingverhalten? Wahrscheinlich auch wichtig und gerade bei den Harbeth-, LS3-5A-, Spendor- Lautsprechern sogar maßgeblich messbar.
Zurück zu den AsciLab F6B:
ja, der SB16PFC25 scheint eines der wenigen Ausnahmechassis zu sein, besonders oder gerade bei dem aufgerufenen Preis.
Aber ich habe vor einiger Zeit viele Tieftöner für ein (noch fiktives) Projekt simuliert und es hat eigentlich kaum ein Treiber geschafft (auch nicht deutlich teurere) so richtig am SB16PFC vorbei zu ziehen.
Die extrem tiefe Trennung finde ich auch Interessant.
Wenn immer ich mit VituixCAD ein Lautsprecher mit Mitteltöner und Hochtöner simuliere komme ich eigentlich immer zu so einer tiefen Trennfrequenz (meisten so um die 1,7 kHz) um ein stetiges Abstrahlverhalten zu erhalten, die Hochtöner allerdings angeblich schon schlechter Darstellen können.
Umso mutiger finde ich, bei F6B sich tatsächlich für so eine tiefe Trennfrequenz entschieden zu haben, zumal 1kHz als kritisch für Sprache gilt.
Allerdings wird damit wahrscheinlich das Problem des räumlichen Versatzes der Schallquellen reduziert, da nicht alleine der räumliche Abstand wichtig ist, sodern vielmehr dieser im Verhältnis zur Trennfrequenz.
Heißt: räumliche Darstellung könnte bei dem Konzeot tatsächlich gut sein.