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Pimp my Piezo (Monacor MPT-165)
#1
Thumbs Up 
Hallo Kollegen,

diesmal versuche auch ich es mit dem Standard-Pimp für (Horn-)Hochtöner: Bedämpfung der Rückkammer. Aber nicht an einem High-End-Teil, sondern am keine 15 € „teuren“ MPT-165 von Monacor. Den habe ich als Ambiente-Hochtöner an meinen ChlangFun6 laufen und bin vor kurzem über eine Hobby-Hifi Ausgabe gestolpert, in der Timmermanns genau diesen Pimp durchgeführt hat. Wie sieht das Teil überhaupt aus?

   
Monacor MPT-165 (Quelle: monacor.de/)

Die hintere Abdeckung mit Rückkammer ist mit 4 Schrauben zusammen mit der Schwingeinheit am Hörnchen befestigt, nach deren Lösen sich die Rückkammer einfach abnehmen lässt. Die Kammer habe ich in der Mitte mit Filz beklebt und die verbleibenden Hohlräume mit Watte ausgestopft. Das sah dann wie folgt aus.

   
Bedämpfte Rückkammer

Um zu sehen, ob der kleine Eingriff überhaupt einen Effekt hat, habe ich den Piezo-Hochtöner vor und nach der Maßnahme frei stehend auf einer Box auf Achse in 33 cm Entfernung gemessen.

   
SPL MPT-165 in 33 cm Entfernung auf Achse: original (rot), bedämpft (blau)

Der Frequenzgang verläuft durch die Bedämpfung der Rückkammer deutlich ruhiger und unterhalb von 5 kHz zeigt der Hochtöner deutlich mehr Schalldruck (3-4 dB). Es werden offensichtlich Resonanzen der Rückkammer bedämpft und anscheinend, durch die virtuelle Volumenvergrößerung der Kammer, die Resonanzfrequenz gesenkt. Da stellt sich natürlich auch die Frage, ob man die verminderten Resonanzen auch am Ausschwingverhalten sieht.

   
CSD Original

   
CSD bedämpft

   
Burst Decay Original

   
Burst Decay bedämpft

Auch das Ausschwingverhalten zeigt sich verbessert. Es treten weniger Resonanzgrate auf und die verbleibenden schwingen schneller aus.


Fazit:

Die Aktion hat sich also gelohnt – vor allem, weil sie in jeder Hinsicht unaufwändig ist. Aus dem MPT-165 wird auch durch die Bedämpfung der Rückkammer kein High-End-Hochtöner. Er ist aber z.B. als Ambiente-Hochtöner gut geeignet, den diffusen Schallanteil im Hochtonbereich etwas zu steigern.


Grüße
Chlang

[SIZE=2]Alle selbst ernannten Götter werden dir zürnen, wenn du dich nicht von ihnen erlösen lässt.

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#2
(Gestern, 00:05)Chlang schrieb: ... aber z.B. als Ambiente-Hochtöner gut geeignet ...

Genau, denn beschaltet und eingebaut, wie hier beschrieben, sieht's nochmal ein bisschen besser aus:

   
SPL MPT-165 bedämpft in 33cm auf Achse ohne (rot) und mit Ambiente-Weiche

   
CSD  MPT-165 bedämpft in 33cm auf Achse mit Ambiente-Weiche

Ich bin zufrieden  Thumbs_up


Grüße
Chlang

[SIZE=2]Alle selbst ernannten Götter werden dir zürnen, wenn du dich nicht von ihnen erlösen lässt.

[/SIZE]:dont_know:
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#3
(Gestern, 00:05)Chlang schrieb: ... in der Timmermanns genau diesen Pimp durchgeführt hat. Wie sieht das Teil überhaupt aus?
Fein fein

ja Timmermanns hat das dann "auch" mal gemacht, nachdem so viele Horntreiber gepimpt wurden. Big Grin Wink

Was Du noch weiter machen kannst:
Hohlräume mit Heisskleiber ausgiessen
Alubutyl sowohl auf die Treiberkappe/Deckel außen - gern doppelt, das darf auch Masse kriegen
und auf den "Hornstummel" - der ist ja kurz - aber eben Fantastic-Plastic - oder höflich: ein Polymer-Werkstoff.

Dieser Grat um 5kHz wurde bei meinen Versuchen weniger - irgendwann hatte ich ihn dann "über-pimpt" - Timmermanns hat ja auch die Schrauben aufgeborht und durch Gewindeschrauben ersetzt. Da war ich wohl zu grobmotirisch ....  Cool  

Manchmal denke ich, was wohl passieren würde, wenn diese kleinen Horntreiber aus Metall oder zumindest deutlich stabiler gefertigt würden.

Rolleyes
Beste Grüße Smile
Jörn

what the bleep do we ... - listen to ?
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#4
(Gestern, 11:41)Joern schrieb: Manchmal denke ich, was wohl passieren würde, wenn diese kleinen Horntreiber aus Metall oder zumindest deutlich stabiler gefertigt würden.

  1. Man bekäme das Ding sicher nicht mehr unter 15 €
  2. Wir DIYler hätten nichts mehr zu tun...  Big Grin

Grüße
Chlang

[SIZE=2]Alle selbst ernannten Götter werden dir zürnen, wenn du dich nicht von ihnen erlösen lässt.

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#5
Ich denke eher, dass das Problem das ist, dass die Piezo Wafers an sich schon nicht linear im Frequenzgang sind und auch die Serientoleranz hoch ist. Die Dinger werden zum Millionen produziert. Wenn man das richtig machen müsste, müsste man schon diese kristalldinge unter hohen Qualitäts Richtlinien fertigen. Dann nützt da auch ein Metallhorn nix.
Gruß
Arnim

Wenn Aliens die Erde retten wollen, wird es langsam Zeit für sie zu handeln.
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#6
Moin,

schönes Ergebnis. Thumbs_up

Manchmal sind es auch die kleinen Mods die viel bewirken.
Bestes Beispiel war der Dynavox DX165 aka Goldwood GT520:
[Bild: product_0_1_011_16.jpg]
Durch verschließen der Schraubenlöcher im WG Verlauf (rot) ist das passiert:
   
Gruß Karsten

Wenn die Menschen nur über das sprächen, was sie begreifen, dann würde es sehr still auf der Welt sein.
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#7
(Gestern, 12:55)ArLo62 schrieb: Ich denke eher, dass das Problem das ist, dass die Piezo Wafers an sich schon nicht linear im Frequenzgang sind und auch die Serientoleranz hoch ist. Die Dinger werden zum Millionen produziert. Wenn man das richtig machen müsste, müsste man schon diese kristalldinge unter hohen Qualitäts Richtlinien fertigen. Dann nützt da auch ein Metallhorn nix.

Die Piezo Wafers sind so oder so nicht linear, die Serienkonstanz ist dagegen recht gut. Jedenfalls bei GoldwoodMonacor. Das Horn ist auch nicht das Problem, bei der Größe und den Verstrebungen auf der Rückseite kann man nur noch wenig verbessern, Reparatur Acryl wäre am sinnvollsten, das ist aber nur marginal besser.

Es gibt 2 Dinge die tatsächlich eine größere Wirkung haben, das eine ist eine Modifikation des Wafers, damit das harte Material nicht mehr so fröhlich vor sich hinresoniert. Ich hatte schon Tests gemacht, auf dem Außenrand etwas Duct tape aufzukleben, das geht, i ich habe das aber nicht weiter gemacht. Duct tape deswegen weil man es relativ leicht wieder entfernen kann, andere Materialien sind da sicherlich besser, aber das ist ein Anfang.

Die 2. Modifikation betrifft die Membrane. Es sind in 99% der Piezos Papierkoni verbaut, deren Rand gleichzeitig die Aufhängung darstellt. Ungleich verschraubter Rückdeckel läßt da Raum für Bewegung (=Vibrationen). Ein Papier- oder Schaumstoffring wäre vielleicht einen Versuch wert, das habe ich noch nicht probiert.

Im Nachbarforum hat sich jemand der Membrane selber gewidmet,er macht eine Sandwichmembran daraus. Das für ALLES zu verwenden halte ich zwar nicht für sinnvoll, er hat damit aber teils gute Erfahrungen gemacht. 

https://www.diyaudio.com/community/threa...st-7961231

@Chlang : Gute Arbeit!  Thumbs_up

Für Experimente sind übrigens die Monacor MPT-142 gut geeignet weil man da die Wirkung vom Horn trennen kann bzw sich das selbst aussuchen.
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#8
(Gestern, 15:54)Dexan schrieb: Im Nachbarforum hat sich jemand der Membrane selber gewidmet,er macht eine Sandwichmembran daraus. Das für ALLES zu verwenden halte ich zwar nicht für sinnvoll, er hat damit aber teils gute Erfahrungen gemacht. 

https://www.diyaudio.com/community/threa...st-7961231
Freedom666 schreibt dort oft von seinen Modifikationen, die alle in diese Richtung gehen und vor keiner Größenklasse halt zu machen scheinen. Ich habe allerdings noch nie vorher/nachher-Messungen von ihm gesehen.

Tut sich bei diesen Modifikationen von Piezo-Treibern eigentlich auch was in Sachen Verzerrungen?
Viele Grüße
Michael
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#9
Hi

der Timmermanns hat damals in er HobbyHifi auch Klirr-Messungen gezeigt - das wird ordentlich weniger.
Beste Grüße Smile
Jörn

what the bleep do we ... - listen to ?
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#10
(Gestern, 19:23)Azrael schrieb: Freedom666 schreibt dort oft von seinen Modifikationen, die alle in diese Richtung gehen und vor keiner Größenklasse halt zu machen scheinen. Ich habe allerdings noch nie vorher/nachher-Messungen von ihm gesehen

Er postet oft Wasserfallmessungen und die sehen in der Regel besser aus (kürzer), die Frequenzgang Messungen sind meist deutlich besser in einem Bereich, zeigen aber für manche Chassis das damit sich die Anwendung stark verändert. Bei FR bin ich deswegen der Modifikation sehr kritisch gegenüber, ich bin der Meinung "if all you've got is a hammer, everything looks like a nail" passt auf so einige seiner Versuche. Bei den Piezo-Treibern zeigt er aber das die Membran durchaus ein Schwachpunkt ist. Es ist aber schwierig die Gründe zu differenzieren.

(Gestern, 19:23)Azrael schrieb: Tut sich bei diesen Modifikationen von Piezo-Treibern eigentlich auch was in Sachen Verzerrungen?

Ich kann mich nicht daran erinnern das er Verzerrungsmessungen geposted hat. Meiner Erfahrung nach deutet die Verbesserung im Ausschwingverhalten darauf hin das die Klirrpeaks sich (stark?) verbessert haben (geringer Q), das sich aber wahrscheinlich der durchschnittliche Klirr sich nicht viel verändert hat. Manche Resonanzen haben sich verlagert und wohl auch reduziert haben. Ein Kuschel Treiber wird der Piezo durch aber nicht.
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#11
(Gestern, 13:54)4711Catweasle schrieb: Durch verschließen der Schraubenlöcher im WG Verlauf...
Hi Karsten,

schöne Absorberröhren a la Tonfeile hast du da verstopft - jetzt weißt du, wie man Resonanzen des Hochtöners ggf. auch wegsaugen kann  Wink
Waren die Löcher zufällig zwischen 9 und 10 mm tief?

Grüße
Chlang

[SIZE=2]Alle selbst ernannten Götter werden dir zürnen, wenn du dich nicht von ihnen erlösen lässt.

[/SIZE]:dont_know:
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#12
(Gestern, 21:33)Chlang schrieb:
(Gestern, 13:54)4711Catweasle schrieb: Durch verschließen der Schraubenlöcher im WG Verlauf...
Hi Karsten,

schöne Absorberröhren a la Tonfeile hast du da verstopft - jetzt weißt du, wie man Resonanzen des Hochtöners ggf. auch wegsaugen kann  Wink
Waren die Löcher zufällig zwischen 9 und 10 mm tief?

Grüße
Chlang

Spannende Idee! Ob man damit auch die Membranresos von Alukalotten (üblicherweise bei ~23- 27 kHz) wegsaugen kann?
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#13
Moin Chlang,

ich hatte da eher (Reflexion und dadurch Auslöschung/Einbruch) den Abstand Kalotte -> Außenkante / Öffnung/Fläche im Bohrloch im Verdacht. Smile
Auf der Fläche der WG Contour bildet sich ja eine relativ große Öffnung / "schräge" Fläche darin wo Reflexion passieren kann.
Deine Idee mit IRR finde ich spannend.... Thumbs_up

Habe den HT gerade vor mir liegen, Tiefe Bohrloch zur Kalotte ca. 3mm, zur Außenkante WG ca. 12mm, Durchmesser Bohrloch ca. 6mm.
Maß Mitte Kalotte bis Außenkante Bohrung ca. 25mm.
Gruß Karsten

Wenn die Menschen nur über das sprächen, was sie begreifen, dann würde es sehr still auf der Welt sein.
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#14
(Vor 2 Stunden)4711Catweasle schrieb: Deine Idee mit IRR finde ich spannend.... Thumbs_up
... Tiefe Bohrloch zur Kalotte ca. 3mm ...
Wenn die Tiefe der Röhre nach unten nur 3 mm beträgt, dann passt das nicht zu einem IRR und dem Einbruch bei 8,9 kHz - schade. 

Grob überschlagen für einen Viertelwellenresonator:
34000*cm/s / 8900*1/s / 4 = 0,96 cm

Ist das Loch bis zur Schraube wirklich nur 3 mm tief - auf dem Bild sieht das nach mehr aus...

Grüße
Chlang

Nachtrag: Passt wohl eher zu deinem Ansatz (Reflexion an Bohrung: Innenkante der Bohrung ca. 19 mm vom Kalottenmittelpunkt)
Überschlag für destruktive Interferenz: 340000*cm/s / 8900*1/s / 2 = 1,91 cm

[SIZE=2]Alle selbst ernannten Götter werden dir zürnen, wenn du dich nicht von ihnen erlösen lässt.

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#15
Ich habe mal Fotto gemacht.... Big Grin
   
Bei den Schrauben unten rechts und links kann man das recht gut sehen.
Gruß Karsten

Wenn die Menschen nur über das sprächen, was sie begreifen, dann würde es sehr still auf der Welt sein.
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#16
(Vor 2 Stunden)4711Catweasle schrieb: Ich habe mal Fotto gemacht.... Big Grin
Danke! Bin überzeugt  Big Grin

Grüße
Chlang

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