(18.05.2026, 12:54)JFA schrieb: So sieht das bei einer 20 Hz Vollwelle aus.
Ich greife das mal auf, da ich jetzt Messungen gemacht habe. Und zwar mit einem einfachen class AB Autohifi-Amp, einer ohmschen Last, einem kleinen Lautsprecher und einem dicken Subwoofer im kleinen CB.
Es zeigt sich, dass die generatorische Leistung wirklich heftig ist, alles sieht noch viel unschöner aus als ich vermutet habe. Und es erklärt die häufigen Defekte an Endstufen im Car Hifi Bereich, wo eben solche Lautsprecher wie der hier im CB verwendete zum Einsatz kommen.
Zudem zeigt sich, dass bei einem Impuls wohl einige Verstärker ziemlich Müll bauen und schon ohne Last den Impuls verändern. Zu den Messungen:
Oszi/ Generator: Picoscope 3403D MSO
Spannungstastkopf: Testec SI 9002 Diff. Tastkopf
Strom: LEM PR1530 Hall-Stromzange
Endstufe: GZRA 4100X an 16 V betrieben (4S Hochstrom Lipo) Kanal 1 und 2 gebrückt)
Kleiner LS: Yamaha NS-CG 85
Den großen Bass wollte ich nicht aufschrauben um zu schauen, was das ist, aber auch als 4 Ohm (zwei 2 Ohm Schwingspulen in Reihe) und war so die 20 kg-Klasse, für ein 12er nicht klein. Hatte ich mal in meinem A1 drin mit ca. 1,5 kW angeblasen...
In den Bildern ist der extrem provisorische Aufbau zu sehen, die Oszis sind Grün Eingang, Blau Ausgang, Rot Strom
4 Ohm Lastwiderstand bei 80 Hz Burst
kleiner Yamaha bei 20,40 und 80 Hz
Dicker Bass bei 20,40 und 80 Hz
Nochmal mit mehr Pegel
Jetzt Yamaha mit 20,40 und 80 Hz bei längerem Burst, um zu zeigen, wie das sich einschwingt:
Jetzt der dicke bei langen Burst und 40/80 Hz (20 hab ich wohl vergessen aufzuzeichnen)
Das zeigt in meinen Augen folgendes:
Gängige Messungen sind völlig ungeeignet, um sagen zu können, ob eine Endstufe gute Basswiedergabe ermöglicht, denn dazu müsste immer die Ausgangsspannung der Eingangsspannung folgen, was zwar in eingeschwungenen Zustand so ist, bei einem Impuls aber mitunter nicht.
Die Belastung der Halbleiter -gerade in class AB- kann mitunter um ein Vielfaches höher sein, als bei der Auslegung berücksichtigt, wenn man nicht den generatorischen Betriebspunkt des Lautsprechers berücksichtigt.
Eingangsfilter scheinen das Verhalten bei Impulsen besonders kleiner Frequenz sehr stark zu beeinflussen, was ja aufgrund der Phasenverschiebung einleuchtet.
Ich werde da ab jetzt ein sehr großes Augenmerk drauf legen, es scheint echt heftiger zu sein als ich gedacht habe und nun verstehe ich so einige Defekte in der Vergangenheit, die ich mir nicht erklären konnte. Zwar war das meine Vermutung, aber ich bin überrascht wie viel da an Strom in die Endstufe reingeschoben wird! Jetzt liegt ja an einer Linearendstufe volle Uce am Transistor und er bekommt derart viel Strom aufs Hirn, obwohl die SOA bei hohem Uce oft nur noch sehr wenig Verlustleistung zulässt. Alternativ macht die foldback-Begrenzung zu und der Bass schwingt aus (hier nicht so), was aber dann bei class H Probleme geben kann, da eben Die Spannung am Ausgang hoch wird und somit eventuell Ucemax überschritten wird, da ja bei class H oft mit mehr Spannung gefahren wird als +- Ucemax/2.
Ich finde das tatsächlich höchst interessant, und es zeigt, dass hier Simulationen quasi unmöglich sind, da zu viele Parameter reinspielen, Am Ende vermutlich sogar der Raum wo ich messe.
Man muss also immer genug Reserven bei der Auslegung der Endstufe haben.