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Distributed Mode Loudspeaker
#1
Seit einiger Zeit liegen bei mir vier Exiter von Dayton herum, DAEX25. Ich hatte damit ein wenig an verschiedenen Materialien experimentiert. Leider waren die Ergebnisse schon mit dem Ohr nicht sonderlich ausgewogen. Z.B. im Vergleich zu einem FRS5x waren deutlich schwächere Höhen wahrnehmbar, so dass ich von DMLs erst mal Abstand genommen hatte. Neulich aber war ich darüber im Gespräch mit einem Kollegen, der meinte, er hätte noch Reste von einer Sandwichplatte aus Glasfaser und Aramidwaben. Und tatsächlich, schon beim ersten Auflegen der Exiter war ein Feuerwerk an Höhen zu vernehmen.
Also habe ich fix aus Holzresten einen Rahmen gebastelt und die Platten an Hosengummis fixiert. Der DML läuft nur über eine 6dB Weiche, bestehend aus einem 220µF Elko.
Zusammen mit der ebenfalls neuen Bassabteilung klingt der DML schon sehr ansprechend, auch wenn der Frequenzgang (noch) alles andere als ausgewogen ist.
Ich habe einige Messungen gemacht, alle ungefenstert:
Mikro: MM1
Soundcard: Infrasonic Quartet (inc. 48V-Mic.-Pre)
Verstärker: LM3886
Entfernung ca. 65cm
Alles Kalibriert, samt Mikrofon-Korrektur
[ATTACH=CONFIG]64689[/ATTACH] [ATTACH=CONFIG]64690[/ATTACH] [ATTACH=CONFIG]64691[/ATTACH] [ATTACH=CONFIG]64692[/ATTACH] [ATTACH=CONFIG]64693[/ATTACH] [ATTACH=CONFIG]64694[/ATTACH]
Die letzte Messung zeigen jeweils 15°Grad Schritte bis 90°Grad.


Allerdings bin ich kein Experte was das Messen angeht, von daher bitte Nachsicht. Seltsam ist der Peak bei 50Hz, Masseproblem? Es brummt nichts.

Die Bässe, sind die PAR20 von Pollin und laufen in einem GHP-Gehäuse von etwa 46Litern. Für den Preis ist das Ergebnis super.


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スピーカ ist japanisch und heißt Lautsprecher
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#2
Hi,

warum 2 Exiter pro Platte?
Gruß

Jesse Cool Good Vibration




Die Realität ist in Wirklichkeit etwas komplizierter.
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#3
Jesse schrieb:Hi,

warum 2 Exiter pro Platte?
SchalldruckSmile
スピーカ ist japanisch und heißt Lautsprecher
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#4
Okay, mich würde mal der Frequenzgang mit einem Exiter interessieren, könnte linearer sein.
Gruß

Jesse Cool Good Vibration




Die Realität ist in Wirklichkeit etwas komplizierter.
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#5
Bin nicht belesen, was DML angeht, aber finde die Rundstrahleigenschaften Deines Konstrukts ganz erstaunlich gut.

Funktionieren Frühstücksbrettchen eigentlich auch?
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#6
capslock schrieb:Funktionieren Frühstücksbrettchen eigentlich auch?

Komisch, ich hatte neulich eines in der Hand und dachte genau das gleiche Big Grin

Wenn du diese Melaminbrettchen meinst, die müssten eigentlich gehen. Leicht, steif, die Dämpfung scheint mir auch nicht sehr ausgeprägt.
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#7
Genau die, gibt es auch mit bunten Motiven. Vielleicht auch mit aufgedrucktem Lautsprecher? Big Grin
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#8
Jesse schrieb:Okay, mich würde mal der Frequenzgang mit einem Exiter interessieren, könnte linearer sein.

Kann auch sein, dass zwei besser verteilte Moden machen
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#9
capslock schrieb:Kann auch sein, dass zwei besser verteilte Moden machen

Moin,
das kann nicht nur so sein, es ist so.... und die beiden Antriebe sollten möglichst asymmetrisch angeordnet werden.
Ich weiß noch wie die Spanplattenhersteller anfingen zu zittern, die Hersteller von Tiefziehwerkzeugen und die Gießerein von Lautsprecherkörben um ihre Existenz fürchteten, als diese Revolution im Lautsprecherbau vor 30 Jahren oder so angepriesen wurde. Nur noch singende Bilder an der Wand sollten die hoffnungsvolle Zukunft zu sein ..na ja, wer wußte damals schon, dass die nur bei Harry Potter Erfolg hatten.. vor 50 Jahren gab es Ähnliches auch schon mal anstatt aus Blech aus Styropor.
Da sind mir doch die noch älteren ESL57 deutlich lieberBig Grin.

Viele Grüße
Statler

https://www.youtube.com/watch?v=go1ghqnVMNg

Edith meint, nehmt mal so was aus der Spielzeugkiste eurer Kinder und haltet sie im samstäglichen Einkaufgetümmel an eine große Fensterscheibe und kurbelt ein bißchenBig Grin
https://www.spieluhr.de/Artikel/varAusse...gIsvvD_BwE
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#10
Hi,

Der Plattenschwinger erinnert mich stark an das Styropor Chassis von Sinclair, das es vor ca. 50 Jahren gab. Es war hatte Abmessungen von ca. 400 mm x 300 mm x 30 mm hoch und passte ideal in Schrankwände, die bereits „Kiemen“ für Lautsprecher hatten. Korb und Membran waren aus Styropor, der Antrieb erfolgte klassisch mit Schwingspule. Ich habe einige davon verbaut. Leider sind die Möbel samt Chassis zwischenzeitlich in der Presse gelandet.
ich halte das Konzept für ausbaufähig.

viele Grüße

Thomas

PS: Es gab auch 50W Verstärkermodule von Sinclair, die einen Plopp beim Einschalten machten, wodurch die schwachbrüstigen Endstufentransistoren den Geist aufgaben. Die Module brauchten eine sanft anlaufende Betriebsspannung.
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#11
Vor 10J. hatte ich auch mit Exciter (Visaton) gearbeitet. In Abhängigkeit vom Trägermaterial waren die Messungen eigentlich gut. Bis ich dann auf die Idee kam mal das Wasserfalldiagramm zu messen. Grausig. Extrem langes nachschwingen über den gesamten Frequenzbereich. Der Klangeindruck war irgendwie räumlich aber so verwaschen, dass ich mich nicht weiter damit beschäftigt hatte.
Wie sieht das bei dir aus?
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#12
Es hat sich bei DML Lautsprechern inzwischen einiges getan. Wer mal nach Worpswede kommt sollte mal der Firma Ceratec bzw. Cerasonar einen Besuch abstatten. Chef ist Ulrich Ranke der vor Jahren die ETON Hexacone Chassis entwickelt hat. So ein Fit Modul habe ich gerade zum Testen hier und das Teil klingt verblüffend gut.

https://cerasonar.de/de/fit/
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#13
capslock schrieb:Bin nicht belesen, was DML angeht, aber finde die Rundstrahleigenschaften Deines Konstrukts ganz erstaunlich gut.

Funktionieren Frühstücksbrettchen eigentlich auch?

Wenn es nach mir und meinen bisherigen Vorlieben geht, dann wäre mir eine Kardioid- oder Dipol-Abstrahlung lieber. Man könnte ein Gitter aus Strohhalmen als Linse davor setzten...aber eigentlich gefällt mir die breite Abstrahlung bei den DMLs ganz gut.

Ich nehme an, dass Frühstücksbrettchen auch funktionieren würden, nur leider leiser. Es gibt Bastler, die mit Plexiglas gute Resultate erzielt haben, die jedoch größer waren als gewöhnliche Frühstücksbrettchen.

loki schrieb:Vor 10J. hatte ich auch mit Exciter (Visaton) gearbeitet. In Abhängigkeit vom Trägermaterial waren die Messungen eigentlich gut. Bis ich dann auf die Idee kam mal das Wasserfalldiagramm zu messen. Grausig. Extrem langes nachschwingen über den gesamten Frequenzbereich. Der Klangeindruck war irgendwie räumlich aber so verwaschen, dass ich mich nicht weiter damit beschäftigt hatte.
Wie sieht das bei dir aus?

Ja, das Wasserfalldiagramm sieht grauselig aus, ich nahm an, dass ich beim Messen irgendwas falsch gemacht hatte, denn eigentlich klingen die DMLs besser als es das Wasserfalldiagramm verspricht, zumindest in meinen Ohren.
Wie bei meinen Dipol-Experimenten funktionieren die DMLs auch nur richtig gut, wenn sie weit im Raum stehen. In Wand naher Position klingen sie mit einer Wolldecke im Rücken besser.
スピーカ ist japanisch und heißt Lautsprecher
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#14
スピーカ schrieb:Wenn es nach mir und meinen bisherigen Vorlieben geht, dann wäre mir eine Kardioid- oder Dipol-Abstrahlung lieber. Man könnte ein Gitter aus Strohhalmen als Linse davor setzten...aber eigentlich gefällt mir die breite Abstrahlung bei den DMLs ganz gut.

Bei einem echten DML darf man nicht die gleichen Maßstäbe wie bei herkömmlichen Lautsprechern anwenden. Die Interaktion mit dem Raum ist eine ganz andere, und daher sollte man die Gedanken an Monopol, Dipol oder Kardioid schlicht beerdigen.
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#15
JFA schrieb:Bei einem echten DML darf man nicht die gleichen Maßstäbe wie bei herkömmlichen Lautsprechern anwenden. Die Interaktion mit dem Raum ist eine ganz andere, und daher sollte man die Gedanken an Monopol, Dipol oder Kardioid schlicht beerdigen.

Kannst Du Dir erklären, woher das Rundstrahlverhalten kommt?
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#16
Es werden im DML viele Eigenmoden der Platte angeregt. Das Abstrahlverhalten jeder Einzelmode kann ganz grob durch eine sinc-Funktion beschrieben (Fouriertransformierte einer Rechteckfunktion), wobei die Dichte der Nebenkeulen mit steigender Wellenzahl höher wird. Eine Linesource endlicher Länge hat auch so ein Abstrahlverhalten.

So eine sinc-Funktion hat natürlich Berge und Täler, damit noch kein sauberes Rundstrahlverhalten. Das wird dadurch erreicht, dass nicht nur ein einzelne Mode angeregt wird, sondern viele andere auch noch. Keine perfekte Anregung, sondern eher als würde man knapp unterhalb einer Membranresonanz arbeiten. Deswegen möchte man eine möglichst hohe Modendichte haben, damit eben möglichst viele angeregt werden.

Wichtig: die Abstrahlung ist chaotisch, d. h. anders als bei einem herkömmlichen Lautsprecher steht der unter Winkeln abgestrahlte Schall in keinem festen Phasenverhältnis zu dem in Hörrichtung abgestrahlten Schall. Das hat interessante Auswirkungen auf die Ausbildung und Hörbarkeit von Reflektionen: ich habe von einer Demo in einer Sporthalle (oder war es eine Aula?) gehört, bei der ein einziger DML die gesamte Tribüne beschallt hat, und die Wiedergabe war an allen Stellen klar verständlich, ohne Echos oder ausgeprägtem Nachhall.
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#17
Könnten welche von Tectonic gewesen sein

https://www.tectonicaudiolabs.com/profes...-speakers/
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#18
Ja, könnte sein. Bei denen gibt es auch Lesematerial:
https://www.tectonicaudiolabs.com/resources/

Und wenig überraschend war der Jörg Panzer auch damit beschäftigt: https://www.randteam.de/Publications.html
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#19
Hier noch ein paar Messungen:
[ATTACH=CONFIG]64699[/ATTACH][ATTACH=CONFIG]64700[/ATTACH] [ATTACH=CONFIG]64701[/ATTACH]
Wie gesagt, der Wasserfall sieht grauenhaft aus. Dafür ist das Impulsverhalten schön.
Die zweite Messung zeigt den Frequenzgang des DMLs, wenn er hinten mit einer einfachen Fließdecke bedämpft wird. Blau ist unbedämpft.


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スピーカ ist japanisch und heißt Lautsprecher
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#20
Ich habe mir vor einiger Zeit von Kohlschein diese Musterbox mit verschiedenen Leichtschaumplatten bestellt um deren Klangeigenschaften zu testen.

https://www.kohlschein.de/shop/leichtsch...umplatten/

Man benötigt allerdings einen Gewerbeschein um dort zu bestellen.
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