Gibt es irgendwo Literatur zum Thema Membran Materialien? Ich habe mich schon lange gefragt, auf welcher Basis die Materialien für bestimmte Treiberkonstruktionen ausgewählt werden.
Marketing. Kosten. Darum geht es eigentlich hauptsächlich.
Unter Marketing fällt für mich auch "Vorlieben der Kunden bedienen", denn ansonsten ergibt es ja wenig Sinn, ansonsten völlig gleiche Chassis mit unterschiedlichen Materialien auszustatten.
Unter Extrembedingungen kommen noch weitere Anforderungen, Temperaturstabilität, Wasserfestigkeit (geht auch mit beschichteter Pappe), etc.
Und ansonsten muss ich zu Hause nachschauen, da hab ich eine Quellensammlung und kann dir vielleicht was raussuchen.
Meine Frage rührt natürlich von genau dem Problem, ich will etwas mit den Wavecor WF182 bauen und die gibt es mit Papier, Glasfaser und Kevlar als Membranmaterial. Mehr Infos als die Frequenzgangmessung gibt es nicht, und da unterscheidet sich nur Kevlar von den anderen beiden.
Gestern, 07:54 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: Gestern, 08:00 von Kalle.)
Moin Jens,
der universellste Membranhersteller überhaupt ist Dr. Müller in Krefeld, fast alle Materialien zur Membranherstellung nach Wunsch der Besteller von luftgetrockneter Pappe, über Plaste und Metall bis zu Keramik oder Diamant werden dort hergestellt.
Wie Jochen schreibt geht es da auch um firmentypische Konstruktions- und Verkaufsphylosophien. https://kurtmueller.com/
Audax hat schon vor Jahrzehnten für andere Hersteller Chassis mit verschiedenen Kunststoffen geliefert.
Seltsam, an normalen Chassis habe ich bis jetzt seit den 60ern nur Pappen eingesetzt, zuerst wegen der Kosten, danach wegen der Suche nach Wirkungsgrad.
Die Erhöhrungen mit den JBL Teibern mit Titanmembran haben mich sehr enttäuscht, deshalb habe ich hier Kunststoffe vorgezogen, bis mir der sehr preiswerte Selenium D220Ti mit geprägter Titanmembran alles besser konnte als der auch von mir vorher gepriesene Celestion CDX1 1747 und natürlich den modernen 2425/6. Der D220Ti stand noch bis vor kurzem bei JBL im PRO-Programm.
Mein Fazit, entscheidend ist was hinten herauskommt .... und da sind nach BBC-Forschungen mit Kunststoffmembranen, füher Bextrene später gefülltes oder reines Polyprpropylen, gefertigte Nachfolger wie Harbeth heute immer noch eine Freude, anschließen, hören und gut ist.
Wavecor hatte ich noch nicht in der Hand.
(Gestern, 07:53)jensenmann schrieb: Wavecor WF182 bauen und die gibt es mit Papier, Glasfaser und Kevlar als Membranmaterial. Mehr Infos als die Frequenzgangmessung gibt es nicht, und da unterscheidet sich nur Kevlar von den anderen beiden.
Nach Ansicht der Graphen scheint es mir ziemlich egal, welchen du nimmst. Ich würde eher keinen nehmen, zumindest nicht in einer Zwei-Wege-Variante. Zu viele Problemstellen. Daher denke ich: Marketing.
In meiner Erinnerung waren die Wavecor-Chassis früher besser. Oder trügt die mich?
Keine Ahnung, ich habe früher nichts mit denen gebaut. Das VDT Lautsprecherprojekt war 2020, da haben wir die WF152 benutzt und sind klanglich sehr angetan. Ich kann also nicht sagen ob die früher besser waren.
Den WF182 habe ich in einer DIY Box eines Freundes gehört und fand den auch sehr gut, deswegen wollte ich damit auch mal etwas bauen.
"....Das Ergebnis des Versuches erlaubt den Schluß, dass zwischen den Hochtöner perzeptiv keinerlei Unterschied mehr besteht.
Abschließend kann festgehalten werden, dass im Fall von ausgeschlossener Interakti- on mit Raum und Schallwand, bei axial in Amplitude und Phase linearisierten Trei- bern im linearen Betrieb keinerlei Differenz mehr zwischen Lautsprechern mit unter- schiedlichen Wandlerprinzip, unterschiedlichen Membranmaterial oder -ausdehnung besteht. Der verbreitete Volksmund kann damit zumindest unter diesen Bedingungen als widerlegt betrachtet werden.---"
(Gestern, 13:03)jensenmann schrieb: Was meinst du mit Problemstellen?
Die Buckel in den Impedanzkurven und die dazugehörigen Dellen in den Amplitudenfrequenzgängen. Dazu passen auch die Verzerrungskurven. Keine Ahnung, was da unbeabsichtigt hin- und herschwingt.
Das ist nichts, was irgendwie groß hörbar wäre, aber das geht besser für günstiger und dabei ebenfalls aus Fernost (schau mal SB Acoustics die NRX Serie, nicht das Satori-Gedöns).
Gestern, 19:48 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: Gestern, 19:54 von jensenmann.)
Das hatte ich schon realisiert, aber soweit ich nach anderen Treibern geschaut hatte nicht viel besseres gefunden. Ich schau mal weiter, danke für den Tip.
"....Das Ergebnis des Versuches erlaubt den Schluß, dass zwischen den Hochtöner perzeptiv keinerlei Unterschied mehr besteht.
Abschließend kann festgehalten werden, dass im Fall von ausgeschlossener Interakti- on mit Raum und Schallwand, bei axial in Amplitude und Phase linearisierten Trei- bern im linearen Betrieb keinerlei Differenz mehr zwischen Lautsprechern mit unter- schiedlichen Wandlerprinzip, unterschiedlichen Membranmaterial oder -ausdehnung besteht. Der verbreitete Volksmund kann damit zumindest unter diesen Bedingungen als widerlegt betrachtet werden.---"
Danke, ich lese mich da mal rein. Eigentlich ging es mir ja um Tieftonmembranen, aber das hatte ich nicht so genau geschrieben. Interessant ist die Magisterarbeit allemal.
(Gestern, 07:54)Kalle schrieb: Moin Jens,
der universellste Membranhersteller überhaupt ist Dr. Müller in Krefeld, fast alle Materialien zur Membranherstellung nach Wunsch der Besteller von luftgetrockneter Pappe, über Plaste und Metall bis zu Keramik oder Diamant werden dort hergestellt.
Wie Jochen schreibt geht es da auch um firmentypische Konstruktions- und Verkaufsphylosophien. https://kurtmueller.com/
Audax hat schon vor Jahrzehnten für andere Hersteller Chassis mit verschiedenen Kunststoffen geliefert.
Seltsam, an normalen Chassis habe ich bis jetzt seit den 60ern nur Pappen eingesetzt, zuerst wegen der Kosten, danach wegen der Suche nach Wirkungsgrad.
Die Erhöhrungen mit den JBL Teibern mit Titanmembran haben mich sehr enttäuscht, deshalb habe ich hier Kunststoffe vorgezogen, bis mir der sehr preiswerte Selenium D220Ti mit geprägter Titanmembran alles besser konnte als der auch von mir vorher gepriesene Celestion CDX1 1747 und natürlich den modernen 2425/6. Der D220Ti stand noch bis vor kurzem bei JBL im PRO-Programm.
Mein Fazit, entscheidend ist was hinten herauskommt .... und da sind nach BBC-Forschungen mit Kunststoffmembranen, füher Bextrene später gefülltes oder reines Polyprpropylen, gefertigte Nachfolger wie Harbeth heute immer noch eine Freude, anschließen, hören und gut ist.
Wavecor hatte ich noch nicht in der Hand.
Gruß Kalle
Bei Dr Müller auf der Homepage hatte ich mich schon umgeschaut. Da gibt es leider keine weiteren Fachinformationen.
(Gestern, 19:48)jensenmann schrieb:
Bei Dr Müller auf der Homepage hatte ich mich schon umgeschaut. Da gibt es leider keine weiteren Fachinformationen.
Diese Information findet man nicht in Büchern, aber Erfahrung kann überraschen. Was halten Sie von einer Membran aus Balsaholz? Nachdem ich beispielsweise Sperrholz für den Modellbau verwendet hatte, probierte ich Balsaholz als Membran aus. Und ich muss sagen, ich bereue es nicht. In letzter Zeit begeistern mich Balsaholz-Lautsprecher immer mehr mit ihrem Klang. Je öfter ich sie benutze, desto klarer und reiner wird ihr Klang, wie der einer Sradivarius-Geige. Ja, es ist ein ungewöhnliches Design, das ich nicht geplant hatte, aber die Suche nach dem besonderen Klang hat mich dazu getrieben. Diese Membran ist in der Lage, die subtilsten Nuancen der Musik wiederzugeben, und das verleiht dem Musikhören eine ganz besondere Note.
Interessant. Aber ich möchte ja keinen neuen Treiber entwickeln, sondern nur ein bisschen Hintergrundinformation zur Auswirkung der Membran auf den Klang, damit ich - falls das Membranmaterial relevant sein sollte - ein paar Entscheidungskriterien zu Auswahl habe.
Ich hab zu Hause, bei Martin Colloms, aber was soll ich sagen: sehr dünn, das alles. Es wird auf Steifigkeit, innere Dämpfung, Form eingegangen, aber spezielle Materialen werden welche beispielhaft erwähnt, aber nicht weiter ausgeführt.
Das ist auch nicht falsch, in meinen Augen, denn genau um die Eigentschaften geht es bei der technischen Seite der Membranentwicklung. Der Rest ist Marketing.
Vielleicht mit einer Einschränkung: aus Entwicklersicht sind Alumembranen (o. ä.) sehr toll, weil man ziemlich genau vorhersagen kann, wie die sich Verhalten. Bei Pappen ist das nicht so, da kommt es auf die Wetterverhältnisse, Sonnenschein und die Mond-Venus-Konjugation an. Im Ernst, das ist Magie. Allan Isaksen, der Mitgründer von Wavecor, erzählte mir mal, dass die bei Pappmembranen eine 100er-Nullserie machen, bevor das wirklich abgesegnet wird. Eine Alumembran dagegen? Simuliert. Bestellt. Passt.