ich versuche gerade mein Glück mit einer recht tief getrennten geschlossenen 2-Wege-Kombination im Schuhkartonformat (BxHxT = 19x28x23 cm). Da die Trennung bei 500 Hz liegen und ich in meinem Bastelzimmer laut Arta bis ca. 250 Hz reflexionsfrei messen können soll, dachte ich zuerst, dass das ja kein Problem sein sollte. Allerdings gab es bei diesen Messbedingungen unterhalb ca. 1 kHz immer eine mehr oder minder stark ausgeprägte Welligkeit, die deutlich von der Länge des gesetzten Fensters abhängig war.
Da ich durch mein Zweithobby Zugang zu einer Turnhalle habe und schon immer mal Groundplane-Messungen ausprobieren wollte, dachte ich, das ist doch mal eine gute Gelegenheit zu schauen, wie gut Groundplane- mit Freifeld-Messungen zusammenpassen. Laut Arta-Handbuch ist das alles ganz easy: Box auf den Boden stellen und in Richtung des am Boden liegenden Mikros anwinkeln, das sich statt in 1 Meter Entfernung in 2 Metern Entfernung befindet (damit das wegen „der am Boden gespiegelten Schallquelle“ wieder den selben Pegel ergibt).
Gesagt, getan (mit Laptop, dem Stick und einer kleinen Box ist das ja auch kein wirklicher Aufwand). Und gestaunt habe ich nicht schlecht, da die erste Reflexion ein Zeitfenster zulässt, das Messungen bis knapp 40 Hz hinunter ermöglicht (die Halle ist ca. 12 m breit und mindestens 6 m hoch). Zudem wurde eine Resonanz der Box bei ca. 650 Hz deutlich sichtbar, die ich vorher allerhöchstens nur erahnen konnte (und von der ich noch immer nicht so genau weiß, wo sie herkommt, aber das ist eine andere Geschichte). Soweit so schön. Da die Messungen am Boden aber nicht so 100%ig mit denen unter „Freifeldbedingungen“ übereinander passen wollten, kam ich ob der richtigen Messmethode ins Grübeln.
Wie soll ich denn die Box auf den Boden stellen (hochkant (Chassis oben oder unten) oder quer oder gar auf einen Ständer, wie sie auch gehört werden soll)? Die gängige Lehrmeinung ist wohl, dass das egal ist, weil die Schallquelle eh gespiegelt wird. So ganz schlüssig schien mir das für die zu messende Regalbox nicht, da es schon einen Einfluss haben sollte, ob die Schallwand nach unten hin plötzlich doppelt so lang ist (für eine eh schon längliche Standbox dürfte das nicht soo viel ausmachen).
Dazu habe ich dann noch im Freien eine „Freifeld-Messung“ in ca. 2 m Höhe angefertigt, die ein Zeitfenster zulässt, das bis knapp 120 Hz hinunter passende Ergebnisse verspricht, mit denen ich dann die Groundplane-Messungen aus der Halle vergleichen konnte.
Quer legen schien mir nicht sinnvoll, so dass ich mich für Groundplane-Messungen in 2 m Entfernung auf Achse mit in Richtung Mikro angewinkelter, hochkant auf dem Boden stehender Box (gemessenes Chassis jeweils oben bzw. am Boden) und zusätzlich angewinkelt auf einem 73 cm hohen filigranen Ständer entschieden habe. Diese 3 Groundplane-Messungen habe ich jeweils mit der Freifeldmessung in 1m Abstand auf Achse verglichen.
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Messung 1: Groundplane, Box stehend auf Boden Hochtöner nach oben (blau) und Freifeldmessung (grün)
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Messung 2: Groundplane, Box stehend auf Boden Hochtöner nach unten (braun) und Freifeldmessung (grün)
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Messung 3: Groundplane, Box stehend auf Ständer Hochtöner oben (rot) und Freifeldmessung (grün)
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Messung 4: Groundplane, Box stehend auf Boden Tieftöner nach oben (blau) und Freifeldmessung (grün)
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Messung 5: Groundplane, Box stehend auf Boden Tieftöner nach unten (braun) und Freifeldmessung (grün)
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Messung 6: Groundplane, Box stehend auf Ständer Tieftöner unten (rot) und Freifeldmessung (grün)
Klar zu erkennen ist bei den Messungen, dass die Groundplane-Messung auf dem Ständer dem Ergebnis unter „Freifeldbedingungen“ am weitestgehenden entspricht. Ich möchte sogar sagen, im Rahmen der Messgenauigkeit (Entfernung, Anwinklung, …) für den Hochtöner identisch ist; Beim Bass ist’s unter 1,5 kHz nochmal ½ bis 1 dB weniger Pegel, was ich jetzt mal auf die größere Messentfernung und damit die geringeren (Bündelungs-)Einflüsse des Gehäuses/Chassis schiebe.
Nicht ganz so perfekt sind die Groundplane-Messungen mit auf dem Boden stehender Box, wenn das gemessene Chassis nach oben zeigt. Sie sind aber ein guter Kompromiss und bestimmt für Standlautsprecher geeignet, wenn die gemessenen Chassis eher weiter oben eingebaut sind.
Große Abweichungen zeigt wie vermutet die Groundplane-Messung mit Chassis nah am Boden. Hier scheint die virtuell nach unten verlängerte Schallwand (und ggf. auch die (verrundete) Kannte zwischen Schallwand und Boden) deutlich ihren Einfluss zu zeigen. Das zu messen kann wohl auch sinnvoll sein, wenn das Chassis z.B. unter tatsächlichen Betriebsbedingungen bodennah eingebaut wird.
Mit diesen Erkenntnissen werde ich jetzt versuchen, nochmal einen Datensatz Groundplane-Messungen aufzunehmen, der eine gesamte Boxenentwicklung ermöglicht. Wie ich das mit den unter horizontalem Winkel zusätzlich Richtung Mikro anzuwinkelnden Boxen löse, weiß ich allerdings noch nicht…
Und an Kommentaren und Erfahrungen eurerseits bin ich natürlich sehr interessiert!
Neu im Angebot:
Waveguide aus Weißbuche, handgefertigt, passend für Ringradiatoren R2604/832000 und R2604/833000.
Wie bereits bei dem Lautsprecherexperten Vance Dickason zu lesen war, hat er Horntrichter aus Plast außen mit Bauschaum versehen, um lästiges Mitschwingen zu vermeiden. Das ist bei Holzfertigung nicht erforderlich, andererseits passen die Holz-Waveguide optisch besser zum Gesamtkonzept.
Dies Thema ist leider etwas Off Topic, da es um einen Gitarrenverstärker geht... Naja, ich habe hier einen 2W Röhrenverstärker, bei dem ich gerne die Gegentaktendstufe in der Lautstärke regelbar machen würde. (Damit man ganz unhifi-mäßig die Vorstufe ordentlich in Clipping treiben kann, ohne gleich die Endstufe zu übersteuern... Außerdem wird selbst so eine 2W Endstufe in der Sättigung an der 4X12" Box recht unangenehm laut)
Dafür kamen mir drei Ideen, wie das zu realisieren wäre, welche davon ist die beste?
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Ich tendiere ja zu zweiter Lösung, da dann das vorgeschaltete RC-Glied (Auskoppelung aus dem vorliegenden Anodenfolger) immer die (ungefähr) gleiche Abschlussimpedanz sieht. Spricht was dagegen das so zu machen? Muss man da noch mit einem Kondensator (ich rate mal 220 pF) einen Höhenabfall bekämpfen?
dieser Thread sollte eigentlich schon vor Monaten das Licht der Welt erblicken, da aber Prokrastination als der eigentliche Sinn des Lebens erscheint, hat erst die off-topic Diskussion im "Suzie Q und was ist audiophil?"-Thread den Anstoß gegeben.
Bevor jetzt alle Zeter und Mordio schreien, das "vergurkt" steht bewusst in Anführungszeichen, da es sich als "vermeintlich vergurkt" erweisen soll.
Möchte hier versuchen zu zeigen, warum solche LS trotzdem sehr gut klingen können und welche messtechnisch nachweisbaren(?) Gemeinsamkeiten diese LS haben.
Warum also klingen einige Lautsprecher, mit nicht sehr linearen Frequenzgängen und einer "schlechten" normierten Abstrahlung so gut?
Um die Spannung und das Interesse am Thread möglichst gering zu halten, die triviale, seit Ewigkeiten bekannte Antwort darauf gleich vorab: Weil die resultierende Abstrahlung, der "Energiefrequenzgang" (hier der horizontale Halbraum Energiefrequenzgang) des LS ausgeglichen ist.
Das ist überhaupt nicht neu und manch einer wird sich fragen was dieser Thread überhaupt soll. Denke, dass es, zumindest in letzter Zeit, eine ausführliche Betrachtung dieser Thematik hier im Forum, insbesondere anhand von realen Beispielen, nicht gegeben hat.
Weiter ist erstaunlich, dass sich gewisse Zusammenhänge erkennen lassen ohne Betrachtung der vertikalen Abstrahlung.
Als erstes Beispiel soll eine Eigenentwicklung dienen, die etwa drei Jahre alt ist und von mir schon öfter in Threads als Beispiel für üble normierte Abstrahlung angeführt wurde.
Der Standlautsprecher ist 160cm hoch, 30cm breit mit 38mm-45° Fasen seitlich, Pseudo-D'Appolito mit 4'' TMT und Seas DXT als HT.
Diesen hat ein Freund nachgebaut und ist sehr zufrieden mit dem Ergebnis. Ich selbst bin zu 90% zufrieden - bei extrem pedantischer Betrachtung klingt es für mich manchmal ganz leicht "trötig" und "verhangen" (Höreindrücke sind schwer zu beschreiben...).
Der zu Beginn der Entwicklung vorhandene "aggressive" Klang bei hoher Lautstärke wurde durch eine entsprechende Weichenschaltung eliminiert.
Vor drei Jahren kam bei mir noch kein VituixCAD zum Einsatz, sondern es wurde mit WinBoxSimu und Boxsim unter 15° (nach Betrachtung der 0-45° Einzelchassis-Messungen im fertigen Gehäuse und Verwendung der 15°-Messungen) simuliert und die Weichenversionen dann 0-90° in 1m Entfernung vermessen, die Winkelfrequenzgänge und die nicht normierten Abstrahlsonogramme betrachtet - würde ich heute natürlich keinesfalls mehr so machen ;-)
Der Feinschliff erfolgte dann über viele Wochen in langen Hörsessions.
Als ich vor einigen Monaten diesen LS wieder hier hatte, wurde er von mir nochmal ausführlich in 180cm Entfernung vermessen (was näher bei der realen Abhörsituation liegt, als in 1m Entfernung zu messen).
Die normierten horizontalen Abstrahlsonogramme für den verwendeten Seas-DXT und die zwei 4''-Wavecor TMT sehen wie folgt aus - bitte beachten: 1/12 Glättung und 1dB Auflösung:
[ATTACH=CONFIG]44684[/ATTACH] [ATTACH=CONFIG]44683[/ATTACH]
Schön zu sehen, dass egal wie man trennt, die normierte Abstrahlung immer "Kacke" sein wird. Warum klingt dann der LS mit der verwendeten Weichenschaltung sehr gut? - für meinen Kumpel und mich
Etwas Licht ins Dunkel bringt der Vergleich von normiertem und nicht normiertem horz Abstrahlsonogramm des fertigen LS - der besseren Vergleichbarkeit (zu anderen Projekten) zuliebe mit der Standard 1/3 Glättung und 3dB Auflösung:
[ATTACH=CONFIG]44687[/ATTACH] [ATTACH=CONFIG]44688[/ATTACH]
Der Achsenfrequenzgang wurde so angepasst, dass die sehr ungleichmäßige normierte Abstrahlung, in der normalen Darstellung ausgeglichen wird und relativ gleichmäßig abnehmend ist.
Richtig interessant wird es wenn wir uns die neuen Messungen mit Weiche mal in VituxCAD anschauen.
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Der völlig vergurkte Achsen-FG sticht heraus (die kleine Schwäche bei 400Hz blenden wir mal aus).
Auf der Suche nach dem besten Klang, alleine durch intensive Hörsessions (bei Verwendung der 15° Simulation), wurde ein praktisch aalglatter horizontaler Halbraum-Energiefrequenzgang im besonders sensiblen Bereich 0,6-6kHz realisiert - ohne dieses Ziel explizit verfolgt zu haben.
Das kann natürlich auch purer Zufall sein und das Hörempfinden von zwei Personen stellt überhaupt keinen Maßstab für guten Klang dar.
Daher möchte ich im nächsten Beitrag den Lautsprecher Contest Gewinner 2017 - NeXT Monitor - betrachten.
Gleicher Hochtöner, total anderes Konzept, aber interessante Parallelen.
ich habe hier schon oft still und interessiert mitgelesen, aber mich immer wieder geärgert, dass ich mir keine Bilder ansehen kann. Deshalb habe ich mich endlich angemeldet
und stelle mich hier vor.
Zum Alter: Sagen wir’s so: meine Zukunft ist – statistisch gesehen – deutlich kürzer als meine Vergangenheit.
Zu Hifi: Intensive Auseinandersetzung mit Musik hat meinen Lebensweg bestimmt. Dazu gehören neben aktivem Musizieren natürlich auch zahllose Stadien der Hifi-Erfahrung,
wie sie wohl viele von uns kennen – mit Begeisterung am Anfang, mit Pausen dazwischen wegen wichtigerer Dinge (z.B. Kinder, obwohl ich die nicht als Dinge bezeichnen möchte) – und
schließlich mit wieder aufkeimender, etwas geruhsamerer Begeisterung. Konkret bin ich – von den heutigen Möglichkeiten der AVRs und DSPs fasziniert – dabei, vom Stereo- ins
Surround-Lager überzulaufen. Ein spannendes Thema, finde ich!
Mein technisches Verständnis hält allerdings nicht mit meiner Begeisterung für Technik mit, weshalb ich kaum unterstützend tätig sein kann, sondern hier weiterhin lesen
und jetzt auch Bilder anschauen und eventuell die eine oder andere Frage stellen werde.
Sagt mir, mir ists entfallen, wie war das bei Thiele & Small ... :
MMS ist ja die eigentliche Membranmasse bzw Masse der schwingenden Einheit (MMD) plus Luft.
Spielt da die Federsteifheit eigentlich auch mit rein?
MMD verstehe ich so wie Person X schneidet Sicke+Spinne vom Korb und legt das ganze Konstrukt auf die Waage.
MMS wäre dann MMD plus die übliche Luftlast die sich auch über SD ausrechnen lässt, da je größer desto mehr Luft. Sprich das wäre ne Konstante bei bestimmter Größe.
Jetzt ist die Spinne aber am Korb aufgehängt, hält sich da also fest. Sprich komplett ist sie ja nicht in der Bewegungseinheit mit drin. Die Anschlussdrähte ja auch nicht
Würde ich die Sicke oder Spinne jetzt härter machen, bliebe MMS ja gleich.
Aber ich brauche mehr Newton um deren Widerstand (Federsteife) zu überwinden. Müsste dies wiederrum auf die MMS draufgepackt werden???
Ja, nein ? :o
Ohne Blabla: Wirkt die Steifheit der Aufhängung sich auf die errechnete Masse aus, auch wenn die tatsächliche Masse gleich bleibt?
ich bin Markus und komme aus dem schönen Schwaben.
Von Beruf bin ich Mechatronikingenieur.
Mit der Audiotechnik bin ich bereits im Studium in Kontakt gekommen. Das lag sowohl an der guten Ausstattung (Messtechnik und RAR waren vorhanden) des Fachbereichs, als auch an meinem damaligen Prof mit über 40 Jahren Erfahrung in Audio, Elektronik und Schaltungstechnik.
Angefixt von diesem interessanten Bereich habe ich einige Jahre damit verbracht, tiefer in die Materie einzudringen. Etliches an Literatur wurde verschlungen und mit dem aufgebauten Wissen zunächst ein Lautsprecher-Messsystem auf Basis von ARTA aufgebaut und anschließend mit der Entwicklung des ersten eigenen passiv getrennten Power-Hifi-Zweiwegers für den Partykeller begonnen. Der Lerneffekt dabei war natürlich als erstes richtiges eigenes Projekt (unter der führenden Hand des Mentors) enorm.
In der Folge wanderten meine Interessen zunehmend in Richtung von aktuelleren Themen wie Class-D-Endstufen, Aktivlautsprecher-Konzepten und digitale Signalverarbeitung.
Ich befasste mich mit digital angesteuerten Class-D-Endstufen (in diesem Fall kann man tatsächlich von sowas wie einer "digitalen Endstufe" sprechen, nachdem die Begrifflichkeit sonst meist gänzlich falsch verwendet wird). Angefixt war ich dann von deren Leistungsfähigkeit bei minimalstem Bauraum und zudem noch von den internen Filtermöglichkeiten.
Parallel zu den Endstufen habe ich mich auch mit Beamforming und Lautsprecherarrays befasst. Dabei entstand ein System für akustisches Feedback auf großen Touchscreens und Kontrolltafeln.
Ein weiteres großes Gebiet dem ich in den letzten Jahren einiges an Hobbyzeit gewidmet habe, ist die digitale Signalverarbeitung. Mit günstiger Hardware wie dem Sure/Wondom DSP auf Basis des ADAU1701 ist der Einstieg in die digitale Welt heute auch problemlos für den Hobbyisten erschwinglich und befriedigt somit auch die neumodische Seite des DIY-Bereichs.
Ich bin schon gespannt auf viele interessante Projekte im Forum.