Lange ist es her seit dem letzten Eintrag.
Ich will die Verstärkung des HT-Zweigs reduzieren um das Rauschen nochmals zu senken. Ich will nicht einfach einen Spannungsteiler vor dem Horntreiber einbauen sondern den Verstärkungsfaktor der Endstufe von original 29 auf etwa 5 runterbringen. Das hat 3 Gründe:
1. Das miniDSP Flex liefert symetrisch maxilal 4 Veff. Das ist offensichtlich mehr als das originale aktive Filter der KS Audio CAP2.
2. Die Lautstärke Einstellung auf meinen DSP geht kaum über -20 dB hinaus. bei -20dB bin ich schon weit über der Zimmerlautstärke.
3. Das Grundrauschen der Endstufe sollte sich mit dieser Massnahme auch um etwa einen Faktor 5-6 Reduzieren bzw. 10-15 dB sinken. Es ist vor allem das Eigenrauschen der Eingangsstufe, das so weniger stark verstärkt wird.
Mit einem Eingangssignal von maximal 4 V, der Verstärkung von 5 komme ich am Ausgang des Verstärkers auf 20 V. An 8 Ohm gibt das 50 Watt. Der Verstärker kommt da nie in den Anschlag. Und mit dem Hörnchen ist diese Limitierung der Leistung bezüglich Dynamik und Lautstärke sowieso kein Problem.
Dumm ist nur, dass Eingriffe in die Gegenkopplung zu Instabilitäten führen, speziell wenn der Verstärkungsfaktor reduziert und damit die Gegenkopplung verstärkt wird. Deshalb habe ich das Ganze mal mit LTspice durchsimuliert. Meine letzten Erfahrungen mit Spice-Simulationen sind 35 Jahre her. Deshalb hats etwas gedauert, bis ich da wieder brauchbare Resultate generieren konnten.
Hier der aktuelle Stand dieser Schaltung
KS_HT_Schema.pdf (Größe: 174,09 KB / Downloads: 2)
Ich habe R5 von 27kOhm auf 4.32 k reduziert und C5 von 27pF auf 220pF erhöht. > Das stellt die Verstärkung unter Berücksichtigung der Aus-und Eingangsimpedanzen auf den Faktor 5.
Die lokale Gegekopplung des Eingangsfdifferenz-Stufe sowie der Spannungsverstärkerstufe wurden auch angepasst, so dass die Leerlaufverstärkung nun wieder auf dem Niveau der originalen Schaltung liegt.
Beim Differenzverstärker habe ich R32/33 von 33 auf 100 Ohm erhöht.
Die Spannungsverstärkerstufe wurde so modifiziert:
R13,14 und 15 wurden von 68 Ohm auf 150 Ohm erhöht, R17 von 680 auf 1500 Ohm.
Das Ganze auf der oberen Seite natürlich auch.
ergänzend habe ich C8/9 noch von 47uF auf 1uF reduziert: Der Verstärker muss erst ab 200-300 Hz sauber laufen, da er nur den Hochtöner antreibt.
Mit dem LTSpice Modell habe ich das simuliert: (Wenn die Endung von TXT auf ASC angepasst wird, kann direkt im LTSpice simuliert werden.
KS_HT.TXT (Größe: 17,51 KB / Downloads: 0)
Ich habe nun ein Anliegen:
Hat da jemand Lust und Zeit, diese Modifikationen zu verifizieren und zu prüfen, ob der Verstärker wirklich noch stabil ist? Nyquist-Diagramm habe ich geprüft, Slew-rate Themen etc. sind auch simuliert, alles scheint i.O. Aber bevor ich zum Lötkolben greife wäre ich für einen kritischen "Check" sehr dankbar.
Gruss & Dank
Daniel